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Kartoffeln

Verarbeitungskartoffeln werden knapp

© agrar-press
von , am
18.07.2013

In vielen Teilen Deutschlands sind Kartoffeln für die verarbeitende Industrie knapp. Die Verbraucher müssen sich auf steigende Preise für Chips und Pommes frites einstellen.

Biokartoffeln sind gerade sehr günstig. © Moonlight/aboutpixel.de
Davor warnt der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK). Wie der Verband erläuterte, haben sich die Frühkartoffeln durch die verspätete Auspflanzung, das kalte Wetter im Mai und Juni sowie die jetzt in vielen Anbaugebieten herrschende Trockenheit extrem langsam entwickelt.
 
Hinzu kommen Schäden durch Starkregen und Überflutungen im Mai und Juni in vielen Landesteilen. Gleichzeitig ist der Bedarf der verarbeitenden Industrie hoch, da die Kartoffeln aus der Ernte 2012 aufgebraucht sind.

Anschlusspartien fehlen

Nach Darstellung des BOGK hat sich die Lage am Kartoffelmarkt daher inzwischen soweit zugespitzt, das die Verarbeitungsindustrie regional vor Versorgungsengpässen steht. Einige Lieferanten mussten von der Industrie bestellte Lieferungen absagen, weil sie keine ausreichende Ware zur Verfügung haben.
Die vorgekeimten oder unter Folie angebauten Bestände, die üblicherweise zur Erstversorgung genutzt werden, wurden vor der vollen Ertragsbildung mit geringem Übergroßenanteil gerodet. Anschlusspartien sind überwiegend noch nicht erntefähig.

Regen dringend benötigt

Der BOGK geht von einer deutlichen Verschlechterung der Versorgungslage aus, wenn sich nicht kurzfristig Niederschläge einstellen. Danach sieht die aktuelle Wettervorhersage allerdings nicht aus. Der Verband warnte, die Folgen der Wachstumsverzögerung würden Industrie und Verbraucher langfristig beeinträchtigen. Die Verbraucher müssten sich bereits in Kürze "auf sehr deutlich steigende Preise für alle Kartoffelverarbeitungsprodukte einstellen", so ein Sprecher des BOGK.
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