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Kartoffeln

Vermarktung von Speisekartoffeln nicht zufriedenstellend

von , am
20.04.2012

Berlin - Die Vermarktung von Kartoffeln aus der Ernte 2011 ist für die Landwirte und Lagerhalter nicht zufriedenstellend verlaufen.

Kartoffelernte 2014: Knapp 11,5 Mio. t. Kartoffeln wurden 2014 geerntet. © Mühlhausen/landpixel
Auch aktuell steht der inländische Markt unter Druck; die Preise sind unverändert niedrig. Dies berichteten die Mitglieder des Fachausschusses Kartoffeln des Deutschen Bauernverbandes (DBV) unter Leitung von Martin Umhau. Dieser wies außerdem darauf hin, dass in den kommenden Wochen Frühkartoffeln aus Israel oder Ägypten den deutschen Markt in immer größerem Umfang erreichen dürften.
 
Gerade Spargel verzehrten die deutschen Verbraucher gern mit Frühkartoffeln. Umhau betonte, dass "aber auch einheimische Ware, gesund und regional produziert, von bester Qualität ist". Vor allem bei Bioware würden die Lebensmitteleinzelhändler sehr frühzeitig auf ausländische Ware umsteigen, was für einzelne Landwirte in Deutschland einen enormen finanziellen Verlust zur Folge habe, beklagte der Kartoffelexperte.

Die Pflanzzeit ist in vollem Gange

Der DBV-Fachausschuss stellte fest, dass in allen Anbauregionen Deutschlands, in denen die Frühkartoffel eine Rolle spiele, die Pflanzungen in vollem Gange seien. Erste Bestände seien bereits aufgelaufen. Regen werde nun aber dringend gebraucht. Zur Ernte 2011 waren dem Bauernverband zufolge bundesweit auf 259.000 Hektar Kartoffeln angebaut worden. Die Erntemenge betrug nach der letzten amtlichen Schätzung 11,8 Millionen Tonnen, was im Vergleich zu 2010 eine Steigerung um etwa 17 Prozent bedeutete.

Weniger Anbaufläche bei Frühkartoffeln

Für dieses Jahr erwarten die Kartoffelmarktexperten des DBV eine nur verhaltene Anbauplanung. Niedrige Preise und die Vorzüglichkeit anderer Ackerbaukulturen könnten dazu führen, dass sich noch mehr Erzeuger vom Kartoffelanbau zurückzögen. Bessere Erlöse für die Landwirte würden dringend gebraucht, um den heimischen Kartoffelanbau langfristig zu sichern, unterstrichen die Mitglieder des Fachausschusses. Dies treffe auch auf den Bereich der Veredlungskartoffeln zu, die etwa zu Pommes frites oder Stärke verarbeitet würden.
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