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Kleinste EU-Birnenernte seit über 20 Jahren

von , am
10.08.2010

Bonn - Auf dem Prognosfruit Kongress am 6. August 2010 in Kiew wurde die maßgebliche Prognose für die diesjährige europäische Birnenernte bekannt gegeben. Das Ergebnis von 2,16 Millionen Tonnen ist das kleinste Volumen der letzten 20 Jahre.

© RK/fotolia

Die Auswirkungen auf das Preisniveau sind schon bei den Frühsorten erkennbar. In Deutschland sollen 46.000 Tonnen Birnen geerntet werden, ein Minus von zwölf Prozent gegenüber Vorjahr. Wie bei Äpfeln, zeigen sich auch bei Birnen die Auswirkungen der kühlen und regenreichen Witterung auf die Erntemenge.

Besonders betroffen ist Italien, das mit 655.000 Tonnen ein Defizit von 200.000 Tonnen zum ertragsreichen Vorjahr aufweist. Aber auch der Benelux-Raum wird trotz ausgedehnter Ertragsflächen nicht annähernd die 600.000 Tonnen Birnen aus 2009 erreichen.

Schlechtes Wachstum  

Neben der geringeren Behangdichte dezimiert die kleinere Fruchtgrößenentwicklung die Erntemenge. Nur Spanien erwartet mit 440.000 Tonnen drei Prozent mehr Birnen als im ertragsschwachen Vorjahr. Innerhalb des Sortiments fällt besonders das Angebotsdefizit bei italienischen Abate Fetel auf. Obwohl die Anbaufläche in den letzten Jahren kontinuierlich auf nunmehr 13.000 Hektar ausgedehnt wurde, fällt die Erntemenge erstmalig seit über 20 Jahren unter die Marke von 200.000 Tonnen. Bei der europäischen Hauptsorte Conference ergibt sich eine etwas bessere Warenversorgung. Mit 766.000 Tonnen wird die Durchschnittsmenge aus den vergangenen drei Jahren nur um zwei Prozent verfehlt.

Spitzenpreise zu erwarten

Aus heutiger Sicht sind für Birnen nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-GmbH Spitzenpreise zu erwarten. Ob diese aber bei Abate Fetel den Minderertrag ausgleichen und damit normale Umsätze ermöglichen, ist äußerst fraglich. Besser ist die Ausgangslage für den Benelux-Raum, der einerseits über eine gewisse Mengen verfügt, andererseits auf aufnahmefähige Exportmärke zurückgreifen kann. Wichtig ist aber, eine ausreichende Absatzkontinuität zu gewährleisten. Der europäische Markt dürfte in dieser Saison sicherlich größere Zufuhren aus Übersee anziehen.

Weitere Informationen online

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