Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Prävention

Klimawandel: Wie anfällig ist mein Betrieb?

starkregen-überschwemmung-weizen-landwirt
am Dienstag, 17.08.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der Klimawandel erhöht die Anbaurisiken im Ackerbau. Wie anfällig der Betrieb ist, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. So lässt sich die die Resilienz der Anbausysteme erhöhen.

Nach drei Jahren Dürre und Hitze, ist der Sommer 2021 sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Auch in der Landwirtschaft wird mittlerweile immer deutlicher spürbar: Etwas verändert sich beim Klima und die Bauern trifft es stärker als andere Berufsgruppen.

Mehr Hitze, mehr Starkregen, mehr Dürre

Je nach Region sind die konkreten Effekte des Klimawandels auf das Wetter unterschiedlich. Folgende Trends gelten aber für fast alle Teile Deutschlands:

  • Höhere Jahresdurchschnittstemperatur
  • Sommertrockenheit
  • Mehr Hitzetage (+30°C)
  • Zunehmende Starkniederschläge
  • Niederschläge finden vermehrt im Winterhalbjahr statt
  • Längere Vegetationsperiode
  • Höheres Spätfrostrisiko
  • Mehr stabile Wetterlagen (Hitze, Nässe)

Während es an der Küste und in den Mittelgebirgen mehr Starkregen geben wird, wird der Osten und der Südosten besonders von Hitze und Trockenheit betroffen sein.

Risiko für Schäden im Ackerbau steigt

zuckerrueben-duerre-hitze-trockenschaeden

Die Veränderungen bringen gewisse Vorteile mit sich. So lassen sich beispielsweise neue Kulturen aus dem Süden auch in Deutschland kultivieren und trockene Sommer senken das Risiko für Pilzkrankheiten.
Trotzdem überwiegen im Ackerbau die Risiken.

So bringen wärmere Temperaturen auch höheren Krankheits- und Schädlingsdruck mit sich. Starkniederschläge befeuern nicht nur die Erosion, sondern bewirken auch Nährstoffauswaschung. Hitzetage schädigen die Kulturen und bewirken Qualitäts- und Ertragseinbußen.


Insgesamt wird der Ackerbau so risikoreicher. Bisherige Bewirtschaftungsweisen kommen an ihre Grenzen. Umso wichtiger wird es für Praktiker, die Betriebe langfristig für die veränderten Bedingungen zu wappnen.

Diese Faktoren beeinflussen die Gefährdung durch Klimawandel:

Hilfestellungen zum Risikomanagement geben Broschüren der Bodensee-Stiftung. In einer Checkliste lässt sich überprüfen, wie gefährdet der eigene Betrieb ist. Wie gefährdet der eigene Betrieb für negative Effekte durch den Klimawandel ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören etwa:

  • Bodenart
  • Humusgehalt
  • Erosionsgefährdung/Steigung
  • Bisherige Wetterveränderung in der Region
  • Zahl der Fruchtfolgeglieder

Diese Maßnahmen fördern die Resilienz:

Die Broschüre gibt auch Tipps, mit welchen Maßnahmen sich der Ackerbau besser vor den Klimaextremen schützen lässt. Dazu gehören:

  • Vielseitige Fruchtfolgen
  • Anbau trockentoleranter/frühreifer Sorten
  • Leguminosenanbau – um Humusaufzubauen und tiefere Bodenschichten zu erschließen
  • Gemengeanbau – für Bodenbedeckung und Risikostreuung
  • Ganzjährige Bodenbedeckung – um Bodenleben zu fördern, Erosion und Verdunstung reduzieren
  • Richtig Düngen – organische Substanz rückführen, genug Kalken für die Bodenstruktur
  • Bodenschonend arbeiten – Bodenstruktur erhalten
  • Bodenbearbeitung reduzieren – zum Wasser sparen
  • Aussaattermine anpassen – später im Herbst, früher im Frühjahr
  • Wassersparend wirtschaften
  • Agroforstsysteme/Hecken – Schutz vor Winderosion, Humusaufbau, Diversifizierung

Das Material wurde in Zusammenarbeit mit den Landesbetrieben Landwirtschaft Hessen und dem Landeszentrum für Technologie und der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg erstellt.

Mit Material von Bodenseestiftung

Unwetter: Schäden durch Hagel, Starkregen und Überschwemmungen

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe September 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin_1632292201.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...