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Umwelt

Klimawandel: Das sind die Folgen für die Landwirtschaft

von , am
27.11.2015

Vom 30. November bis 11. Dezember findet in Paris die UN-Klimakonferenz statt. Im Vorfeld machten mehrere Bauernverbände mit einem Klimaappell auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam.

Trockene heiße Sommer könnten künftig vermehrt zu Ertragsausfällen führen. © Mühlhausen/landpixel

Mehrere Bauernverbände haben sich im Vorfeld der UN-Klimakonferenz mit einem Apell an die Bundesumweltministerin gewannt: Darin warnen die Unterzeichner eindringlich vor den Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft. "Die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe und damit die Ernährungssicherheit der Menschheit stehen weltweit auf dem Spiel", heißt es in dem Papier. Das Umweltbundesamt hat einen Monitoringbericht zum Kimawandel veröffentlicht, indem die Folgen für doe Landwirtschaft aufgezeigt werden. Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel.

Trockene heiße Sommer, feuchte warme Winter

Für das Frühjahr werden steigende Temperaturen erwartet, die Sommer sollen trockener und heißer, die Winter wärmer und feuchter werden. Vereinfachte Rückschlüsse auf die Höhe, Qualität und Stabilität von Erträgen lassen sich daraus nicht ziehen, denn je nach landwirtschaftlicher Kultur und Fruchtfolge können die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen unterschiedlich sein. Vor allem gibt es auch große regionale Unterschiede. Beim Winterraps dagegen kann die frühe Blüte mit Vorteilen für das Schaderregermanagement und die Fruchtfolge verbunden sein.

Ertragseinbrüche durch extreme Witterungen

Witterungsextreme wie lange Trockenperioden können zu unvorhersehbaren Ertragseinbrüchen führen. Im Trockenjahr 2003 beispielsweise lag der Weizenertrag im Bundesdurchschnitt 12 bis 13 Prozent unter dem erwarteten Trendertrag des Jahres. In zwischenjährlichen Ertragsschwankungen werden sich daher die Folgen des Klimawandels deutlicher niederschlagen als in den langjährigen Ertragstrends, die Ausdruck längerfristig geplanter Anpassungsprozesse nicht nur an den Klimawandel, sondern auch an die Marktbedingungen sind.

Qualitätseinbußen beim Weizen

Einflüsse veränderter Klima- und Witterungsbedingungen auf die Qualität von Ernteprodukten werden inzwischen beim Weizen diskutiert.  Große Hitze während der Kornfüllungsphase Ende Mai bis Anfang Juli, eine witterungs bedingt verzögerte Ernte und generell schnelle Temperaturwechsel können beispielsweise nachteilige Auswirkungen auf die Stärkebeschaffenheit und die Backfähigkeit des Weizens haben. Ebenso kann sich große Hitze negativ auf die kleberbildenden Eiweiße auswirken.

Ertragsausfälle durch Dürre oder Starkregen

Infolge von Wetterextremen sind in der deutschen Pflanzenproduktion in den letzten 15 Jahren durchschnittliche jährliche Ertragsausfälle von ca. 470 Millionen Euro entstanden. Mehr als die Hälfte aller Schäden waren durch Trockenheit und Dürre verursacht, rund ein Fünftel durch Hagel und ein Sechstel durch Sturm, Starkregen und Überschwemmung. Auch Fröste haben Schäden hinterlassen. Nehmen Extremereignisse infolge des Klima- wandels zu, wird auch die Landwirtschaft vermehrt von Ernteschäden oder -ausfällen betroffen sein.

Steigender Schädlingsbefall

Schäden durch Pilzerkrankungen werden - mit Ausnahme von Krankheiten, die durch wärmeliebende Pilzarten wie beispielsweise den Mehltau ausgelöst werden - in vielen Bereichen voraussichtlich abnehmen. Die Bedeutung verschiedener Ungräser und Unkräuter, tierischer Schädlinge und nichtparasitärer Krankheiten könnte dagegen eher zunehmen. Ferner profitieren Insekten grundsätzlich von wärmeren Temperaturen. Neue Risiken sind von Schaderregern zu erwarten, die bisher nicht in unseren Breiten vorkamen.

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