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Pflanzenschutzmittelzulassung

Klöckner bleibt bei Neonikotinoiden hart

AF_Aussaat-Rüben-Pille
am
21.12.2018

Landwirtschaftsministerin Klöckner setzt ihren Verbotskurs gegen die Neonikotinoide fort. Es wird keine Notfallzulassung geben.

Neonikotinoide mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen in Deutschland seit dem 19. Dezember 2018 für die Anwendung im Freiland nicht mehr verkauft und dort auch nicht mehr angewendet werden. Darauf weist das Bundeslandwirtschaftsministerium hin.

Ab dem 1. April 2019 ist auch der Export von derart gebeiztem Saatgut in Länder außerhalb der EU nicht mehr zulässig. Bis dahin darf gebeiztes Saatgut in Drittländer nur exportiert werden, sofern die verwendeten Pflanzenschutzmittel in diesen Ländern zugelassen sind.

In Deutschland wird es auch keine sogenannten Notfallzulassungen auf Grundlage des EU-Pflanzenschutzrechts geben. Damit wird die Linie von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Beschränkung dieser Neonikotinoide fortgesetzt. Eine Reihe anderer EU-Mitgliedstaaten hat für diese Wirkstoffe Ausnahmegenehmigungen zur Saatgutbehandlung bei Zuckerrübe und Winterraps erteilt, darunter unsere Nachbarländer Belgien und Polen. Auch in Deutschland hatten Unternehmen eine Notfallzulassung zur Beizung von Zuckerrübensaatgut beantragt.

Hintergrund

Am 27. April hatte der Ständige EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF)  zugestimmt, die Genehmigung der drei neonikotinoiden Pflanzenwirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam auf Gewächshausanwendungen zu beschränken. Die diesbezüglichen Durchführungsverordnungen der Europäischen Kommission traten am 19. Juni 2018 in Kraft.
 
Zum 18. September 2018 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) daher die Pflanzenschutzmittelzulassungen für die nicht mehr möglichen Anwendungen mit den betroffenen Wirkstoffen widerrufen.
 
In der Europäischen Union wurde die Anwendung der genannten Wirkstoffe auf Gewächshausanwendungen beschränkt, da im Freiland Risiken für Bestäuber nicht ausgeschlossen werden können.

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