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Krankheiten frühzeitig ausräumen

von , am
09.01.2010

Der Grundstein für die Vegetationsperiode 2009/2010 ist bereits gelegt: Bis auf wenige Ausnahmen wurde das Getreide auch in diesem Herbst unter guten Bedingungen gesät.

© agrarfoto.com

Problematisch war jedoch die Trockenheit in der zweiten Septemberhälfte worunter die Frühsaaten (vor dem 20. September) stärker litten. Zum einen kam es zu einem verzettelten Auflauf des Getreides, oder aber das Getreide lief nur sehr langsam auf.

Es hat den Anschein, dass die Triebkraft unter den hohen Temperaturen und der Trockenheit im Saatbett gelitten hat. Wurde das Getreide erst nach dem 20. September gesät, ist es oft viel schneller aufgelaufen und hat die Frühsaaten in der Entwicklung überholt. Die Frühsaaten haben meist zu wenig kräftige Triebe (zwei bis drei kräftige Triebe/Pflanze) gebildet. In diesen Beständen hätte vor Winter ein N-Düngung wie auch der Einsatz von CCC zur Stabilisierung der Triebe geführt.

Vegetationsperiode 2009/2010: Verstärkt Krankheiten im Raps und Getreide

Nachdem Mitte Oktober die Temperaturen unter den Gefrierpunkt gefallen waren und die Vegetation ins Stocken geriet, führten die überdurchschnittlich hohen Temperaturen in der zweiten Oktoberhälfte und dem gesamten November zu verstärktem Wachstum. Sogar Weizen, der zur Monatswende Oktober/November gesät wurde, hat bereits mit der Bestockung (EC 21) begonnen. Infolge der "hohen" Temperaturen ab der zweiten Oktoberhälfte sowie der Niederschläge im Oktober und November konnten sich im Vergleich zum Vorjahr verstärkt Krankheiten im Raps und im Getreide etablieren.

Raps: Phomainfektion nimmt zu

Im Raps kann man seit Mitte November eine starke Zunahme von Phomainfektionen feststellen, die, wenn nicht bereits eine Bekämpfung erfolgt ist, im Frühjahr sehr früh ausgeräumt werden muss. Im Fall eines frühen Vegetationsbeginns darf man mit der Bekämpfung der Phomainfektionen nicht bis zum Schossen des Rapses in der zweiten Märzhälfte warten, bis dahin ist der Pilz schon längst in den Stengel eingedrungen.

Mehltau: Leit-Krankheit auf fast allen Standorten

Im Getreide konnte man seit Anfang November eine massive Zunahme von Krankheiten in den Frühsaaten beobachten. Auf nahezu allen Standorten ist der Mehltau die Leit-Krankheit. In anfälligen Sorten kann man auch erste Septoria tritici-Infektionen und Halmbasisverbräunungen finden. Das sehr frühe Ausräumen dieser Krankheiten Anfang April wird in diesen Beständen eine der wichtigsten Maßnahmen im nächsten Jahr sein.

{BILD:114265:jpg}Frank Brunn
n.u. agrar

 

 

 

 

 

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