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Deckungsbeitrag

Dieses Kulturen sind 2016 am Wirtschaftlichsten

LWK Rheinland-Pfalz/Katharina Krenn/agrarheute
am
19.04.2016

Erste Ernteprognosen gehen von einer etwas geringeren Menge als im Vorjahr aus - bei einer leicht erhöhten Ertragserwartung. Welche Kulturen aus ökonomischer Sicht den höchsten Erfolg versprechen, hat die LWK Rheinland-Pfalz errechnet.

Die im Herbst ausgesäten Kulturen sind gut über den Winter gekommen. Beim Getreide gab es so gut wie keine Auswinterungsschäden durch Kahlfröste, berichtet die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Um die Wirtschaftlichkeit der Kulturen im Blick zu haben, hat die Kammer für seine Landwirte die voraussichtlichen Deckungsbeiträge (DB) sowie der Flächenverwertung bei Mähdruschfrüchten für 2016 errechnet.  

Ranking: Deckungsbeiträge Mähdruschfrüchte

  1. A-Weizen 390 €/ha
  2. B-Weizen: 375 Euro/ha
  3. Futterweizen: 335 Euro/ha
  4. Winterraps: 310 Euro/ha
  5. Braugerste: 305 Euro/ha

Mais mit negativem DB

Der Körnermais kommt auf einen negativen Deckungsbeitrag. Das würde bedeuten, dass die direkten variablen Kosten nicht erwirtschaftet werden. Mit den Flächenprämien erzielt der Körnermais jedoch auch einen positiven Deckungsbeitrag.

Arbeits- und Flächenverwertung

Die Verteilung des Deckungsbeitrags auf die Arbeitskraftstunde (AKh) führt zur Arbeitsverwertung. Die höchste Arbeitsproduktivität mit 39 €/Akh erzielt der Qualitätsweizenanbau. Er nimmt auch den 1. Rang ein bei der Flächenverwertung. Gegenüber der Rangfolge bei der Fläche tauscht der Winterraps mit der Braugerste den Platz, d.h. der Braugerstenanbau verwertet die Arbeit besser.

Landwirt arbeitet für 10 Euro/Stunde

Beim Lohn für die Arbeitskräfte der Familie würden oft Zugeständnisse gemacht, so die Feststellung der LWK Rheinland-Pfalz. Während der Handwerker 50 Euro und mehr für die Stunde in Rechnung stellt, begnüge man sich mit 10 Éuro/h oder gar weniger. "Um auf den zukunftssichernden Gewinn von 60.000 Euro zu kommen, muss die Familie bei 15 Euro/h 4.000 Stunden jährlich arbeiten.", schreibt die Kammer. Bei 1,8 Arbeitskräften, die sich beispielsweise aus dem Betriebsleiter mit 1,0 - der Ehefrau mit 0,5 und dem Hofnachfolger oder Altbauern mit 0,3 errechnen, müsste jede volle Arbeitskraft  2.200 Stunden arbeiten. Sind es nur 10 Euro/h so müssen 6.000 Stunden geleistet werden. Das sei für eine solche Familie nicht zu schaffen. Ein angestellter Mitarbeiter arbeitet nach Tarif 1.700 Stunden und kostet den Betrieb 30.000 Euro bei Bezahlung nach dem Grundlohn.

Online-Tool: Wirtschaftlichkeit der Anbaukultur berechnen

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