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Wie läuft die Erdbeersaison?

von , am
25.06.2010

Reinland-Pfalz/Niedersachsen/Thüringen - In der Tendenz nimmt der Erdbeeranbau in Deutschland zu. agrarheute.com fragt drei Erdbeeranbauer nach dem Verlauf der Saison auf ihrem Betrieb.

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Lange Saison mit acht Wochen
Christof Steegmüller, Steegmüller's Obst- und Blumengärten, 76877 Offenbach/Queich Rheinland-Pfalz

Die Saison war mit witterungsbedingten Ausnahmen bisher zufriedenstellend. Der April war bei uns warm und trocken, dafür war der Mai für die Erdbeeren zu nass. Anfang Juni fielen 90mm Niederschlag mit Hagel. Wir haben eine sehr lange Saison mit über acht Wochen. Unsere Vermarktung haben wir auf verschiedene Säulen gestellt, zum einen vermarkten wir an Privatleute, bieten Selbstpflücken an und verkaufen am Stand, zum anderen verkaufen wir auch an Großhändler bzw. den Großmarkt. mehr ...

Turbostart nach verhaltenem Beginn
Hartmut Meyer, Erdbeer-Hof Gleidingen, 30880 Laatzen Niedersachsen

Dass die Natur eigene Regeln hat, ist uns in diesem Jahr wieder einmal bewusst geworden. Nach dem kühlen Winter und verhaltenem Vegetationsbeginn mit zusätzlichen Spätfrösten legten die Erdbeeren dann geradezu einen Turbostart hin. Wir haben am achten Mai mit der Ernte im Folientunnel begonnen, seit dem sechsten Juni bieten wir Selbstpflücken an. Die Herausforderung liegt jedes Jahr wieder darin, dass man die anfallenden Erntemengen mit den Vermarktungsmöglichkeiten in Einklang bringt. In der frühen Phase gab es stabile Preise, aber jetzt bei stark steigenden Erntemengen in Norddeutschland geraten auch hier die Preise unter Druck. mehr ...

Zuerst stabile Preise, jetzt Preisrückgang
Jan-Niclas Imholze, Spargel- und Erdbeerhof Kutzleben, 99955 Kutzleben Thüringen

Die Erdbeerernte ist mit ca. zwei Wochen Verspätung erst Anfang Juni gestartet. Weil wir wenig Sonne hatten, reiften die Erdbeeren langsamer. Wir hatten auch Nachtfrost in der Blütezeit. Wir vermarkten fast ausschließlich über die Direktvermarktung, geringe Mengen gehen auch an den Lebensmitteleinzelhandel. Die Mengen sind wie auch in der Spargelernte um etwa 20 Prozent rückläufig. Wir hatten gute Anfangspreise und stabilere Preise im weiteren Verlauf. Jetzt ist durch das Überangebot ein Preisrückgang zu verzeichnen. Bei uns endet mit der Spargel- auch die Erdbeersaison. mehr ...

Wie läuft die Erdbeersaison?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Rheinland-Pfalz - Tendenziell nimmt der Erdbeeranbau in Deutschland immer weiter zu. Landwirt Christof Steegmüller berichtete agrarheute.com wie die Erdbeersaison bei ihm läuft.


Auf Beeren spezialisiert

"Unser Betrieb liegt im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Er umfasst 42 Hektar Gesamtfläche, davon acht Hektar Erdbeeren, acht Hektar Zuckerrüben, 1,5 Hektar Kern- und Steinobst, sowie 0,5 Hektar Himbeeren und Heidelbeeren. Die restliche Fläche ist Tauschfläche. Sie wird nicht selbst bewirtschaftet, sondern an Lohnunternehmer weiterverpachtet. Bei den Erdbeeren bauen wir die Sorten Clery, Darselect und Elsanta an.

Lange Saison mit acht Wochen

Die Saison war mit witterungsbedingten Ausnahmen bisher zufriedenstellend. Der April war bei uns warm und trocken, dafür war der Mai für die Erdbeeren zu nass. Anfang Juni fielen 90mm Niederschlag mit Hagel. Wir haben eine sehr lange Saison mit über acht Wochen. Unsere Vermarktung haben wir auf verschiedene Säulen gestellt, zum einen vermarkten wir an Privatleute, bieten Selbstpflücken an und verkaufen am Stand, zum anderen verkaufen wir auch an Großhändler, beziehungsweise den Großmarkt.

Mehr frühe Erdbeeren

Wir liegen in einem klimatisch begünstigten Gebiet mit guten Voraussetzungen für frühe Erdbeeren. Aufgrund der guten Vermarktungsmöglichkeiten wollen wir deshalb zukünftig den Anteil an verfrühter Ware steigern. Dazu wollen wir den Tunnelanbau ausweiten. Außerdem möchte ich die Direktvermarktung ausdehnen."

Christof Steegmüller
Steegmüller's Obst- und Blumengärten
76877 Offenbach/Queich Rheinland-Pfalz

Wie läuft die Erdbeersaison?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Niedersachsen - Tendenziell nimmt der Erdbeeranbau in Deutschland immer weiter zu. Landwirt Hartmut Meyer berichtete agrarheute.com wie die Erdbeersaison bei ihm läuft.


Erdbeeren im Großraum Hannover

"Erdbeeren sind Schwerpunkt unseres landwirtschaftlichen Unternehmens. Von den 100 Hektar Betriebsfläche entfallen 40 Hektar auf Erdbeeren. Sonderkulturen im Betrieb sind Getreide und Zuckerrüben. Unsere Vermarktung gliedert sich auf in Selbstpflücken, Ab-Hof Verkauf und Standvermarktung in der Region Hannover im Umkreis von etwa 30 Kilometern sowie den Verkauf an Händler und Großmärkte. Insgesamt bauen wir elf verschiedene Erdbeersorten an, unter denen regelmäßig auch neue Sorten zu finden sind. Unsere Hauptsorten sind Sonata, Darselect und Elsanta, zum Selbstpflücken Asia und Lambada. Als späte Sorten haben wir beispielsweise die Sorten Florence und Malwina.

Turbostart nach verhaltenem Beginn

Dass die Natur eigene Regeln hat, ist uns in diesem Jahr wieder einmal bewusst geworden. Nach dem kühlen Winter und verhaltenem Vegetationsbeginn mit zusätzlichen Spätfrösten legten die Erdbeeren dann geradezu einen Turbostart hin. Wir haben am achten Mai mit der Ernte im Folientunnel begonnen, seit dem sechsten Juni bieten wir Selbstpflücken an. Die Herausforderung liegt jedes Jahr wieder darin, dass man die anfallenden Erntemengen mit den Vermarktungsmöglichkeiten in Einklang bringt. In der frühen Phase gab es stabile Preise, aber jetzt bei stark steigenden Erntemengen in Norddeutschland geraten auch hier die Preise unter Druck.

Neues Vermarktungsmodell Erdbeer-Flatrate

Um die Betriebsabläufe zu entzerren, haben wir zum einen ein breites Sortenspektrum, zum anderen arbeiten wir mit Folientunneln, Vlies und Folienabdeckung für die Verfrühung beziehungsweise mit Strohabdeckung für die späten Sorten sowie Terminkulturen. So können wir von Anfang Mai bis Ende August Erdbeeren anbieten. Geplant sind außerdem die Ausweitung des geschützten Anbaus und die Optimierung der Verfrühung. Bei der Vermarktung sind wir offen für alle Kundenwünsche. Das vor einigen Jahren von vielen "totgesagte" Selbstpflücken erlebt meiner Meinung nach eine Renaissance. Ein besonderes Angebot für die Selbstpflückkunden ist speziell bei uns in Gleidingen die "Erdbeer-Flatrate"."

Hartmut Meyer
Erdbeer-Hof Gleidingen
30880 Laatzen Niedersachsen

Wie läuft die Erdbeersaison?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Thüringen - Tendenziell nimmt der Erdbeeranbau in Deutschland zu. Landwirt Jan-Niclas Imholze verriet agrarheute.com wie die Erdbeersaison bei ihm läuft.


Spargel und Erdbeeren

"Unser Betrieb, die Spargelhof GmbH & Co. KG in Kutzleben, liegt am Rande des Thüringer Beckens. Neben 200 Hektar Bleichspargel und fünf Hektar Grünspargel bauen wir zehn Hektar Erdbeeren in Freilandkulturen an. Die Sorten sind Elsanta, Clery, Lambada und Honeoye.

Zuerst stabile Preise, jetzt Preisrückgang

Die Erdbeerernte ist mit circa zwei Wochen Verspätung erst Anfang Juni gestartet. Weil wir wenig Sonne hatten, reiften die Erdbeeren langsamer. Wir hatten auch Nachtfrost in der Blütezeit. Wir vermarkten fast ausschließlich über die Direktvermarktung, geringe Mengen gehen auch an den Lebensmitteleinzelhandel. Die Mengen sind wie auch in der Spargelernte um etwa 20 Prozent rückläufig. Wir hatten gute Anfangspreise und stabilere Preise im weiteren Verlauf. Jetzt ist durch das Überangebot ein Preisrückgang zu verzeichnen. Bei uns endet mit der Spargel- auch die Erdbeersaison.

Neue Anbaumethoden gleiche Fläche

Zukünftig werden maximal drei Sorten für die Direktvermarktung und den Lebensmitteleinzelhandel angebaut. Wir streben eine weitere Verfrühung durch Folien an und führen gerade neue Anbauversuche auf kleinen Dämmen mit Folie durch. Die Fläche wird aber nicht ausgeweitet."

Jan-Niclas Imholze
Spargel- und Erdbeerhof Kutzleben
99955 Kutzleben Thüringen

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