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Medizinalhanf

Landwirte empört über Auflagen für Cannabisanbau

Hanfblüten im Anbau
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Eva Eckinger, agrarheute
am
24.01.2018

Der Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke könnte in Deutschland ein lukratives Geschäft werden. Doch viele Landwirte sehen kaum eine Möglichkeit, davon zu profitieren.

Der Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke ist in Deutschland künftig erlaubt. Für viele Betriebe wäre das ein profitables Geschäft. Doch Landwirte und Unternehmen fühlen sich stark benachteiligt. Sie sind empört über die Auflagen. Diese seien zu streng und kaum erfüllbar, berichtet die Neue Ruhr Zeitung (NRZ). Sie sehen für sich nur wenig Chance, vom Cannabis-Anbau zu profitieren.

Einschlägige Erfahrung im Cannabisanbau nötig

Der Vorwurf: Die harten Auflagen ließen deutschen Landwirten kaum Chancen auf einen Zuschlag für das Geschäft, so die NRZ. So würde in der Ausschreibung zum Beispiel einschlägige Erfahrung mit dem Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke verlangt. Doch der war ja in Deutschland bisher verboten.

Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erklärt der Zeitung, es sei "skandalös, dass das kein deutscher Landwirt erfüllen kann."

Lizenzen für den Anbau von Cannabis

In Deutschland in Cannabis als Medizin seit 2017 verschreibungsfähig. Beziehen können es Patienten übe Apotheken. Ab 2019 ist nun auch der Anbau für Medizinalhanf auf heimischen Flächen erlaubt, um die entsprechende Nachfrage decken zu können. Hierfür vergibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) insgesamt zehn Lizenzen, berichtet das Wissensportal Leafly.

Deutsche Landwirte müssen mit Ausland kooperieren

Um die Qualität des medizinischen Cannabis zu sichern, gibt es strenge Auflagen für den Anbau. Da die deutschen Bewerber diese aber kaum erfüllen könnten, bleibe ihnen nichts anderes übrig, als sich mit erfahrenen Partnern aus dem Ausland gemeinsam für eine Lizenz zu bewerben, so Leafly weiter.

Zu wenig heimisches Cannabis in Deutschland

Das BfArM hat den Anbau in Deutschland und die Lieferung von circa 6.600 Kilogramm medizinischem Cannabis innerhalb von vier Jahren ausgeschrieben. Das sei aber laut Hanfverband zu wenig, um in Zukunft ohne Importe auskommen zu können, so Leafly.

Wie viele Patienten Cannabis auf Rezept erhalten, sei Medienberichten zufolge noch völlig unklar. Bundesweit werde derzeit von etwa 20.000 Patienten ausgegangen. Laut Hanfverband steige die Zahl rasant an.

Mit Material von Neue Ruhr Zeitung (NRZ), Leafly, Deutscher Hanfverband, BfArM

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