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Landwirtschaftsverband verteilt "Wildretter" gegen Mähtod

© reubin flood/aboutpixel.de
von , am
07.05.2015

Mithilfe eines ausgesendeten Alarmtons sollen Wildtiere vertrieben werden. Der Rheinische Landwirtschaftsverband verteilt 1.000 "Wildretter", um die Tiere vor Mäharbeiten zu schützen.

Rehe setzen ihre Kitze in hohes Gras, um sie zu schützen. Bei der Grünlandernte kann den Jungtieren dies zum Verhängnis werden. © reubin flood/aboutpixel.de
Mit einem kleinen, quadratischen Apparat möchte der Rheinische Landwirtschaftsverband E.V. (RLV) nun verhindern, dass Wildtiere vom Mähwerk erfasst werden. Der weiße Kasten, der etwa so groß ist wie eine Männerhand oder zwei Zigarettenschachteln, sendet einen schrillen Ton aus, der fünf Hektar weit zu hören ist. So sollen Hasen, Kitze und andere Tiere akustisch abgeschreckt und vertrieben werden.

Landwirte setzen sich für Artenvielfalt ein

Immer wieder kommt es zu Unfällen bei der Frühmahd, da sich die Tiere im hohen Gras verstecken und so vom Mähwerk erfasst werden. Dies hat meist schwere, oft auch tödliche Verletzungen zur Folge.
 
Vor diesem Hintergrund verteilt der RLV im Moment etwa 1.000 derartige "Wildretter" an interessierte Landwirte, wie der Verband berichtet. "Landwirte setzen sich mit Herz und Technik für die Artenvielfalt ein", so RLV-Vizepräsident Erich Gussen. Das Gerät wird einfach am Traktor montiert werden.

Mensch und Tier profitieren

In den nächsten Wochen steht wieder der Grasschnitt an. Mithilfe des Alarm-Gerätes, natürlich nur als Ergänzung zu den bisher schon praktizierten Maßnahmen, sollen Unfälle dieser Art weiter eingedämmt werden.
 
Dies kommt nicht nur den Tieren, sondern auch den Landwirten zugute: "Es ist nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinigt auch die Silage", so Karl-Josef Walmanns von der Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein und Sprecher der Junglandwirte.

Große Nachfrage bei Landwirten

Zusammengebaut wurden die Apparate an einem Wochenende von den rheinischen Junglandwirten (Landesarbeitsgemeinschaft). Die Nachfrage sei groß, wie Gussen berichtet. Die Hälfte der Geräte wurde bereits verteilt. Wer Interesse an einem "Wildretter" hat, kann sich unter der Adresse info@lz-rheinland.de an den Verband wenden.
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