Login
Allgemeines

Lebensmittel richtig kennzeichnen

von , am
24.01.2013

Hannover - Die Interaspa, die Fachmesse für Spargel, Gemüse, Beerenobst und Direktvermarktung, hat in der vergangenen Woche viele Besucher angelockt. Wir waren für Sie vor Ort.

Die Fachberater der LWK Nordrhein-Westfalen Ralf Grosse und Carsten Wenke präsentierten ein Programm für die Spezialbetriebe, mit denen die organisatorischen Abläufe auf dem Betrieb mithilfe einer selbst erstellten "To do-Liste" nacheinander abgearbeitet werden können. Damit können Situationen wie "Ach du Schreck der Spargel ist schon da" sicher vermieden werden.

82 Prozent Spargel aus dem eigenen Land

Michael Koch (AMI), informierte die Fachbesucher über die Vermarktungssituation des Spargels in der abgelaufenen Saison 2012. Seinen Angaben zufolge wurden in diesem Zeitraum im Inland etwa 94.500 t Spargel erzeugt. Mit den Importen in Höhe von rund 22.200 t kommt man somit auf ein Angebot von rund 117.000 t Spargel in Deutschland. Der Selbstversorgungsgrad sei mittlerweile auf rund 82 % angestiegen.
 
Laut AMI sind rund 87.600 t Frischware im Inland verbraucht worden. Der Pro Kopf Verbrauch beträgt 1,071 kg. Knapp 70.000 t seien von den privaten Haushalten gekauft worden, 34.000 t über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und über 35.000 t direkt über  z.B. Wochenmärkte und Hofläden. Bleichspargel stelle die größte Menge, ein kleiner, aber konstanter Anteil entfalle auf den Grünspargel. In den Monaten April, Mai und Juni wird am meisten verkauft.

Während im März noch Importspargel mit einem Anteil von 84 % das Geschäft bestimme, übernehme im April frische Ware aus Deutschland die Hauptrolle im Verkauf. Die durchschnittlichen Ausgaben der Spargelkäufer belaufen sich laut Koch im Mittel auf 4 bis 6 €/kg Frischware. Zu Beginn der Saison werden für Importware die niedrigeren Preise gezahlt, für die deutsche Ware greift der Verbraucher dann später tiefer in die Tasche. Ziemlich konstant hält sich bei der Vermarktung der hohe Anteil der Hof- und Wochenmarktverkäufe mit etwa 20 %. Damit hebt sich Spargel deutlich von den anderen Gemüsearten ab, die zu etwa 60 % über die Discounter verkauft werden.

Werbung rechnet sich nicht

Weniger erfreulich ist laut Koch, dass der Spargel eher von älteren Personen gekauft wird. Als Gründe nannte er, dass diese Gruppe über mehr Geld verfügt und in der Regel besser mit Spargel umgehen kann. Eventuell fehle es aber in diesem Segment auch an speziellen Produkten, z. B. aus dem Convienence Bereich, der die jüngeren Käufer eher anspricht. Grünspargel werde im Übrigen häufiger von den Jüngeren nachgefragt als Bleichspargel.

Koch ist auch der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Werbung auf den Verkauf von Spargel hat. Obwohl es in Deutschland die intensivste Werbung für dieses Edelgemüse gibt, scheint sich der Mehraufwand kaum zu rechnen. Die Wirkung der Werbung werde von Saisonkomponenten deutlich überlagert. Zwischen den Werbeanstößen und den Einkaufsmengen bestehe eigentlich kein echter Zusammenhang. Die Käufer würden ihre Entscheidung oft nach dem Preis ausrichten.
 
Auch interessant