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Leguminosen: Tipps zur Vermarktung

von , am
04.06.2015

Viele Betriebe nehmen nach langer Zeit wieder Leguminosen in die Fruchtfolge auf. Jetzt kommt es darauf an, hohe Erträge zu erzielen und die Ernte lukrativ zu vermarkten.

Körnerleguminosen wie hier Erbsen erfahren auch durch die Greening-Programme einen Auf- schwung. Dieser muss nachhaltig abgesichert werden. © Werner Raupert
Futtererbsen, Ackerbohnen oder auch Lupinen sind in ihrer Anbaubedeutung in den letzten Jahrzehnten immer mehr in die Bedeutungslosig- keit versunken. Mit der Einführung der Gree- ning-Programme hat der reduzierte Leguminosenanbau neue Impulse erhalten. Landesweit sprießen derzeit auf den Äckern mehr Ackerbohnen und Erbsen als in den Vorjahren. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat im Juni 2014 das Projekt "Eiweißfutter aus Niedersachsen" (EFN) gestartet. Ziel ist es, Landwirte die Leguminosen anbauen, bei der Vermarktung und Anbaufragen zu unterstützen.

Transparente Preisfindung im Internet

Eberhard Prunzel-Ulrich, leitet das Projekt in Niedersachsen und empfiehlt den bundeslandübergreifenden digitalen  Marktplatz für Vermarktungsfragen. Für eine faire transparente Preisfindung sei auf derHomepage des Projekts ein interaktives, online verfüg- bares Modul installiert worden, mit dem eine Preisberechnung des heimischen Futtermittels durchgeführt werden kann . Ebenso können hier die eigenen Angebotsmengen unverbindlich und kostenfrei eingetragen werden. Mögliche Nachfrager wie Futtermittelproduzenten können sich an dieser Stelle informieren, welche Mengen angeboten werden. Auch können sie dort vermerken, welche Mengen sie selbst benötigen und was sie dafür bereit sind, zu zahlen.

Bündelung von Angebot und Nachfrage

Auf der Plattform werden alle relevanten Marktakteure zusammen gebracht. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Pioniere voneinander lernen und Erfahrungen austauschen können. So können z.B. Tierhalter berichten, welche heimischen Eiweißfuttermittel und in welcher Mischung sie einsetzen. Prunzel-Ulrich hielt fest, dass durch diese Bündelung vermieden werden kann, dass einzelne Leguminosenanbauer aufgrund zu geringer Angebotsmenge von Vermarktungspartnern abgewiesen werden. In diesem Zusammenhang betonte er, dass auf der Plattform auch Landhändlern die Möglichkeit eingeräumt wird, freien Lagerraum für eiweißhaltige Futtermittel anzubieten.

Demonstrationsbetriebe geben Erfahrungen weiter

Wer sich mit dem Gedanken trägt, zukünftig selbst in den Leguminosenanbau ein- zusteigen, kann bereits auf die Erfahrungen der Demonstrationsbetriebe zurückgreifen. Sie zeigen die Praxistauglichkeit sowohl im Anbau als auch in der Fütterung von heimischem Eiweißfutter. Grundlage sind Anbauversuche mit Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen, Gemen- gen und feinsamigen Leguminosen. Zusätzlich gibt es noch Kooperationsbetriebe, die sich in den Regionen zu einem Austausch treffen, Probleme ansprechen und Lösungen diskutieren.
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