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Lupine

Anbautipps und Vorteile der Leguminose

von , am
27.08.2015

Vieles spricht für den Anbau von Leguminosen. Lange in Vergessenheit geraten, erlebt die Lupine eine kleine Renaissance. Insbesondere auf sandigen Böden empfiehlt sich der Anbau von Lupinen.

Blaue Lupine: Insbesondere auf sandigen Böden bietet sich der Anbau an. © Stefan Simon/dlz
 
Wo Erbse oder Ackerbohne kümmern, kann die Lupine eine gute Alternative sein. Die standhafte Leguminose wächst auch auf sandigen und sauren Böden sowie bei ausgeprägter Vorsommertrockenheit. Der Anbau von Lupinen ist bisher sehr stark regional auf die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt konzentriert.

1. Pro Fruchtfolge

Leguminosen lockern das Anbausystem auf. Die Lupine bricht durch Pfahl- und verzweigte Seitenwurzeln Bodenverdichtungen auf.

2. Pro Düngung

Die Stickstoffsammler bilden Stickstoff (N) für die Folgefrucht. Es werden etwa 15 bis 25 Prozent weniger N-Dünger benötigt. Lupinen erschließen Phosphor(P)-Vorräte im Boden, die sonst kaum verfügbar sind. Bei nachfolgendem Getreide lässt sich mit einem Mehrertrag von rund 8 dt/ha rechnen.

3. Pro Pflanzenschutz

Mit Leguminosen lässt sich eine wirksamere Unkrautregulierung erreichen. Durch unterbrochene Infektionsketten gibt es weniger Resistenzen gegen Wirkstoffe und die Herbizid- und Fungizidkosten sinken um circa 20 bis 25 Prozent.

4. Pro Anbau

Lupinen sind relativ problemlos im Anbau. Sie können Arbeitsspitzen innerhalb der Fruchtfolge ordentlich entzerren. Bei pflugloser Bestellung lassen sich rund 25 bis 30 Prozent Kraftstoff einsparen. Zudem hat die Lupine einen geringeren Wasseranspruch als die Futtererbse und weniger Wärmebedarf als Soja.

Das sollten Sie beim Anbau beachten:

  • Weiße und Gelbe Lupine: hochanfällig für Anthraknose, nicht zu empfehlen
  • nicht direkt nach Leguminosen, Kleegrasgemenge und Grünlandumbruch
  • Anbaupause mindestens 4 bis 7 Jahre
  • Impfung: nötig bei langer Anbaupause

Tipps für die Aussaat:

  • Aussaat: Mitte März bis Anfang April
  • Saattiefe 2 bis 3 cm, bis 4 cm
  • Reihenabstand 12,5 cm
  • Saatstärken Blaue Lupine Bestandsdichte: keimf. Kö./m² Pfl./m² Verzweigungstyp 90–100 70–80 Endständiger Typ 100–120 100
  • Düngung (konventionell): kein Stickstoff und keine direkte Kalkung
  • 40 kg P2O5, 60 kg K2O, 20 kg/ha MgO bei 40 dt/ha Ertrag
  • Mikronährstoffe eventuell über Blatt

Tipps für die Ernte:

  • Ende Juli bis Mitte September
  • Kornfeuchte unter 18, optimal 13 bis 16 Prozent
  • Blaue Lupine: Mähdrusch, wenn 95 % der Hülsen braun, möglichst morgens,
  • Dreschtrommel-Drehzahl niedrig
  • hohe Windleistung
  • Dreschkorb offen
  • Körnerlagerung bei max. 14 % Feuchte
  • schonend Trocknen bei maximal 35 Grad

Hinweise zur Verwertung

  • Ferkel 5 %, Mastschweine und Sauen 12 % im Alleinfutter
  • Mastküken, Legehennen unter 25 % total
  • Rinder 50 % der Eiweißträger
  • Blaue u. Weiße Lupine für Humanernährung
  • Preisvorteil bei innerbetrieblicher Verwertung und direktem Handel von Marktfrucht- zu Veredlungsbetrieben
  • Erlösschwankungen
  • Ertragsunsicherheiten
  • volatiler Marktwert durch Ausrichtung an Preisen für Sojaschrot
 
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