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Körnerleguminosen

Bohnen und Erbsen im Vorauflauf spritzen oder striegeln

Ackerbohne im Vierblattstadium
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
15.03.2019

In Leguminosen sollte die Unkrautbekämpfung im Vorauflauf passieren. Im Nachauflauf lassen sich nur noch Ungräser korrigieren. Blindstriegeln ist bis wenige Tage vor dem Auflaufen möglich. Hier eine Übersicht der zugelassenen Herbizide und ihrer Aufwandmengen.

In vielen Regionen sind die Ackerbohnen im Boden. Damit steht die Planung für eine Unkrautbekämpfung an, denn in dieser Kultur sind mit Ausnahme von Gräsermitteln keine Herbizide im Nachauflauf zugelassen.

Die Unkrautbekämpfung im Vorauflauf (VA) ist in der Ackerbohne und der Futtererbse Standard. Außer mit Herbiziden kann das auch mechanisch passieren: Blindstriegeln ist bis wenige Tage vor dem Auflaufen möglich.

Nach dem Auflaufen kann ab dem dritten Blatt (BBCH 13) bis zum Reihenschluss der Striegel zum Einsatz kommen. Bei hohem Unkrautdruck vorsichtig schon ab BBCH 11, wenn die Keimblätter voll entfaltet sind.

„Gute Praxiserfahrungen liegen mit zweimaligem Striegeln vor“, heißt es vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) im rheinland-pfälzischen Oppenheim. „Vorausgesetzt, der Acker hat nur ein geringes Unkrautpotenzial.“

Hacken ist bei weiteren Reihen bis zu einer Wuchshöhe von 40 bis 50 cm möglich.

Herbizide gegen Unkräuter im Vorauflauf

Herbizide gegen breitblättrige Unkräuter können standardmäßig im Vorauflauf eingesetzt werden, vor allem wenn die Bodenfeuchte gegeben ist. Walzen nach der Saat fördert die Bodenwirkung.

Die Ackerbohnen laufen langsam auf. Damit ist eine Behandlung nicht direkt nach der Saat notwendig. Sie sollte aber trotzdem bis mindestens 8 Tage vor dem Auflaufen der Kultur erfolgen.

Gräser lassen sich ohne Verträglichkeitsprobleme im Nachauflauf beseitigen. Gegen Unkräuter empfiehlt das DLR Oppenheim beispielhaft folgende Herbizidvarianten (Angaben in l/ha oder kg/ha):

Bandur solo: breite Wirkung

Bandur mit 4,0 l/ha im Vorauflauf bis 1 Woche vor dem Durchstoßen. Standardvariante mit breiter Wirkung. Reduktion der Aufwandmengen nicht empfohlen bzw. nur auf leichten Böden (3,0 bis 3,5 l/ha). Bei Windenknöterich und Trockenheit sind Minderwirkung möglich.

Keine Anwendung auf drainierten Flächen zwischen dem 1. November und dem 15. März. Abstandsauflagen zu angrenzenden Flächen und Gewässern beachten. Keine ausreichende Wirkung gegen schwarzen Nachtschatten.

Bandur + Centium: Clomazone-Auflagen beachten

Bandur (2,5 l/ha) + Centium (0,2 l/ha): Im Vorauflauf bis 5 Tage nach der Saat. Centium als Verstärkung gegen Windenknöterich, Klettenlabkraut und schwarzen Nachtschatten, dafür etwas weniger Gänsefußwirkung als Bandur solo mit vollem Aufwand.

Es sind die Clomazone-Auflagen zu beachten: Temperatur, Abstände zu angrenzenden Flächen wie Gärten sowie Gewässern. Bei Tageshöchsttemperaturen von mehr als 20 °C Lufttemperatur darf nur zwischen 18 Uhr und 9 Uhr morgens gespritzt werden. Keine Anwendung bei Tageshöchsttemperaturen über 25 °C, weil Clomazone verdampft.

Novitron: weiteres Clomazone-Präparat

Novitron (2,4 kg/ha) + evtl. Bandur 1,0 l/ha gegen Gänsefuß: im Vorauflauf bis 5 Tage nach Saat. Clomazoneauflagen beachten – siehe oben! 2,4 kg/ha Novitron entsprechen 2,0 l/ha Bandur + 0,2 l/ha Centium.

Boxer + Stomp Aqua: breite Wirkung, Auflagen einhalten

Boxer (2,0 bis 3,0 l/ha) + Stomp Aqua (3,0 bis 2,0 l/ha) im Vorauflauf: Breite Wirkung, aber nicht empfohlen auf Standorten mit massivem Windenknöterich. Boxer: bis 7 Tage nach der Saat einzusetzen, die Saattiefe sollte bei Erbsen mindestens 5 cm betragen, bei Ackerbohnen mindestens 8 cm.

Die Auflagen für Boxer und Stomp sind zu beachten: mindestens 300 l/ha Wasser, 90 % Abtriftminderung, Wind maximal 3 km/h, Fahrgeschwindigkeit maximal 7,5 km/h.

Spectrum Plus: Stomp ergänzt um Spectrum

Spectrum Plus (4,0 l/ha): 4,0 l/ha des neu zugelassenen Produkts entsprechen 2,2 l/ha Stomp Aqua + 1,2 l/ha Spectrum. Im Vorauflauf bis 5 Tage nach der Saat einzusetzen. Saattiefe der Erbsen: mindestens 4 cm, feinkrümelige Bodenabdeckung. Alternative: Im Nachauflauf bei 5 bis 8 cm Wuchshöhe der Erbsen.

Mit Material von DLR Oppenheim, LfL Bayern

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