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Leguminosen

Erbsenwickler: Jetzt noch nachbehandeln

Erbsenbestand
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
11.06.2018

Die Larven des Erbsenwicklers fressen und wachsen in den Hülsen. Erheblicher Ertragsverlust droht, außerdem Befall mit Pilzkrankheiten. Was jetzt zu tun ist.

Nach wie vor ist der Druck in Leguminosen durch den Erbsenwickler hoch. Der Schädling ist in zahlreichen Pheromonfallen in Rheinland-Pfalz zu finden.

Anfang Juni wurde nochmals ein Flughöhepunkt erreicht, berichtet das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Oppenheim.

In frühen Lagen gehen die Fangzahlen mittlerweile zurück. Die Masse der Hülsen an der Erbse ist ausgebildet.

Mit einem Pyrethroid nachbehandeln

Mit der ersten Spritzung dürften die Larven des ersten Flughöhepunktes bekämpft worden sein. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, beispielsweise bei Saatguterzeugung, kann jetzt rund eine Woche nach dem letzten Insektizidtermin nochmals ein zugelassenes Pyrethroid einsetzen. Das sollte die Einstufung B4 haben, also bienenungefährlich sein.

Für zwei Anwendungen sind Karate Zeon und Lambda WG zugelassen, für eine Anwendung Jaguar, Kaiso und Hunter. Sie sollten gegebenenfalls das Insektizid wechseln.

Das DLR weist darauf hin, dass mit dem Beginn der Abreife das Ende der Spritzungen erreicht ist.

So vermehrt sich der Erbsenwickler

Der Erbsenwickler ist ein grau- bis olivbrauner Kleinschmetterling, der überwiegend im Trockenerbsenanbau schädigt. Die Falter schlüpfen von Ende Mai bis Ende Juli.

Die Tiere legen Eier an verschiedenen Teilen der Erbsenpflanze ab. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich nach kurzer Zeit in die Hülsen ein und fressen dort an den reifenden Samen. Das verursacht beträchtliche Ertragseinbußen.

Kotkrümel in den Erbsenhülsen

Befallene Hülsen haben im Inneren meist 2 bis 3 geschädigte Samen, umgeben von Kotkrümeln in den Kornzwischenräumen. Das fünfte Larvenstadium frisst vor der Ernte ein kreisrundes Loch in die Hülse um ins Freie zu gelangen. Die Larve lässt sich auf den Boden fallen und überwintert in einem Larvenkokon bis etwa 10 cm Bodentiefe.

Im Frühjahr siedelt die Larve in einen neuen Kokon um, verpuppt sich und schlüpft als Falter aus dem Boden, um dann neue Erbsenbestände aufzusuchen.

Durch das Einnisten der Larven in die Hülsen können auch Pilze übertragen werden. Die Schäden an Hülsen und Körnern begünstigen den Befall. Besonders in trockenwarmen Jahren ist ein erhöhter Befallsdruck wahrscheinlich. Es tritt eine Generation im Jahr auf.

Mit Material von DLR Oppenheim, Demonet ErBo
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