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Leguminosenaussaat

Futtererbsen: Blind striegeln oder Herbizid spritzen?

Junge Erbsenpflanze
am Mittwoch, 25.03.2020 - 11:07 (Jetzt kommentieren)

Die trockene Wetter lockt. Doch Vorsicht bei den Leguminosen - nicht in den Boden schmieren! Danach blindstriegeln oder Chemie?

Mechanik und Chemie? Oder beides? Leguminosen lassen mehrere Optionen zur Unkrautbekämpfung. Mechanische Verfahren eignen sich besonders auf leichteren, gut bearbeitbaren Böden mit geringem Unkrautdruck. Herbizide sind auf mittelschweren bis schweren Böden mit höherer Unkrautbelastung von Vorteil.

Die Sonnenstrahlen und tagsüber milde Temperaturen locken jetzt zur Feldarbeit. Aber gerade bei der Saat von Futtererbsen sollten Sie trockene Bodenverhältnisse abwarten. Diese Frucht reagiert besonders stark, wenn sie in den Boden geschmiert wird.

Eine gute Bodendurchlüftung ist Grundlage für eine intensive Knöllchenbakterienbildung und einen guten Ertrag.

Unkräuter schon vor der Saat beseitigen

Beseitigen Sie eine Altverunkrautung schon vor der Saat. Hier bietet sich eine flache Bodenbearbeitung an. Zu tiefe Arbeitsgänge zerstören die Kapillarität des Bodens, was sich wegen des hohen Keimwasserbedarf der Leguminosen nachteilig auf die Keimung auswirken kann.

Die Bearbeitung reißt Unkrautpflanzen heraus oder verschüttet sie, bei günstiger Witterung vertrocknen sie. Zusätzlich erwärmt sich der Oberboden schneller und vorhandenes Unkraut wird zur Keimung angeregt, das dann bei der späteren Saatbettbereitung wiederum reduziert wird.

Blind striegeln, dann Pause machen

Säen Sie Leguminosen ausreichend tief, mindestens 5 bis 6 cm. Nur dann verwurzeln sich die Pflanzen fest – beim Striegeln ist das unbedingt nötig. Diese Saatgutüberdeckung dient auch als Schutz vor Vogelfraß.

Entscheidend ist der richtige Striegelzeitpunkt. Je früher, desto besser die Wirkung: Zu 70 % besteht sie im Verschütten mit Erdreich und zu 30 % im Ausreißen der Unkräuter. Die Bodenoberfläche sollte möglichst krümelig sein und trockenes Wetter vorherrschen.

Blindstriegeln ist besonders effektiv. Das dezimiert die Unkräuter noch vor dem Auflaufen der Kultur. Hier wird der Wachstumsvorsprung der flachkeimenden Unkräuter zu deren Beseitigung im Keimfadenstadium genutzt.

Je nach Witterung und Feuchtigkeit kann das Blindstriegeln ab etwa drei bis acht Tage, bei Ackerbohnen auch bis 14 Tage nach der Saat passieren. Es muss abgeschlossen sein, bevor die Kultur das sehr empfindliche Stadium des Durchstoßens erreicht hat. Danach brechen die Keimlinge sehr schnell ab.

Im Nachauflauf kann vorsichtig ab dem Entwicklungsstadium 13 (Entwicklung des dritten Blattes) wieder gestriegelt werden.

Alternativ Herbizide im Vorauflauf

Die Unkrautregulierung ist in der Regel in den Vorauflauf zu legen. In Erbsen haben die Berater der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen gute Erfahrungen mit Tankmischungen aus 3,0 l/ha Boxer plus 2,0 l/ha Stomp Aqua oder 0,25 l/ha Centium 36 SC und 2,0 bis 2,5 l/ha Stomp Aqua oder 3,0 l/ha Bandur mit 0,25 l/ha Centium 36 SC gemacht.

Zur Wirkungssicherung sollten Sie bei der Verwendung von Novitron Dam Tec (max. Aufwandmenge 2,4 kg/ha) eine Teilmenge Bandur (0,5 bis 1,0 l/ha) zumischen.

Hirsen, Amarant, Hundspetersilie, Ampferblättriger Knöterich, Vogelknöterich und Gänsefuß lassen sich mit 4 l/ha Spectrum Plus gut regulieren.

Erlaubte Nachauflaufmittel

In Futtererbsen ist Stomp Aqua mit 3,0 l/ha und Spectrum Plus mit 4,0 l/ha im Nachauflauf zugelassen.

Sind die Unkräuter und Ungräser zum Anwendungstermin schon größer, werden sie nicht mehr ausreichend erfasst. Deswegen muss die Anwendung im zeitigen Nachauflauf erfolgen.

Mit Material von LWK NRW

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