Login
Ökologische Vorrangflächen

Greening: EU-Parlament stimmt gegen eine Pflanzenschutz-Erlaubnis

Zwischenfruchtbestand absetzig gesät: Die Ackerbohnen wurden mit dem Düngerstreuer ausgebracht und mit dem Grubber eingearbeitet. Die Saat der kleinkörnigen Leguminosen erfolgte dann mit dem Grubberstrich. © Max Stadler
von , am
14.06.2017

Das EU-Parlament hat heute den Vorschlag des Agrarausschusses zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei Eiweißpflanzen auf ökologischen Vorrangflächen abgelehnt.

Ende Mai hatte der Agrarausschuss für einen delegierten Rechtsakt gegen das von der EU-Kommission geplante Pflanzenschutzverbot auf ökologischen Vorrangflächen gestimmt. Für die Resolution hatten sich vor allem der deutschen EP-Abgeordneten Albert Deß (CSU) und der Briten John Stuart Agnew (UKIP) stark gemacht.

Pflanzenschutzverbot rückt näher

Heute kam dieser zur Abstimmung in das EU-Parlament. Mit einer knappen Mehrheit wurde der Rechtsakt jedoch abgelehnt - also für das Pflanzenschutzverbot gestimmt. 13 Stimmen haben zur absoluten Mehrheit gefehlt. Damit machten die EU-Parlamentarier den Weg frei für den Vorschlag der EU-Kommission zum Pflanzenschutzverbot.

Die Änderungen beim Greening könnten ab dem kommenden Jahr in Kraft treten, wenn nicht der EU-Agrarrat dagegen mobil macht. Hier fehlte allerdings bisher eine einheitliche Linie.

Pflanzenschutzverbot ist Bärendienst

Der EU-Abgeordnete Albert Deß (CSU) erklärte, dass für südamerikanisches Soja die Rodung von Regenwaldflächen notwendig sei, es mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werde und zudem gentechnisch verändert sei. Mit dem Spritzverbot auf der Vorrangfläche erweise sich die EU deshalb einen Bärendienst, bemängelte der Abgeordnete.

Abgeordnete Maria Noichl (SPD) zeigte sich dagegen erleichtert. Sie stimmt der EU-Kommission zu, dass die Umweltwirkungen des Greenings verbessert werden müssen. Um die Eiweißlücke in der EU zu schließen, sollte es nach Auffassung von Noichl mehr Förderung von Eiweißpflanzen auf der "normalen" Fläche geben, die immerhin 95% des Ackerlandes ausmachen.

Mit Material von aiz

Diese Leguminosen sind greeningfähig

Neben der Ackerbohne (Vicia faba) darf auch die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) auf Ökologischer Vorrangfläche angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Auf diesem Bild ist eine Zottelwicke (Vicia villosa) zu sehen. Weitere erlaubte Wickenarten sind: Pannonische Wicke und die Saatwicke. © hapo/Landpixel
Neben dem wohlbekannten Rotklee (Trifolium pratense) sind folgende Kleearten erlaubt: Hopfenklee, alle Arten der Gattung Steinklee, Hornschotenklee, Alexandriner Klee, Schwedenklee, Inkarnatklee, Weißklee, Persicher Klee, Erdklee.Eine eigene Bildergalerie zu den erlaubten Kleesorten, finden Sie hier. © hapo/Landpixel
Die Luzerne (Medicago sativa) gehört ebenfalls zu den erlaubten Leguminosen. Auch die Bastardluzerne und die Sandluzerne dürfen auf ökologischen Vorrangflächen angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Natürlich darf hier auch die Erbse ( Pisum sativum) nicht fehlen. © Mühlhausen/Landpixel
Bei den Linsen sind alle Arten erlaubt. © Mühlhausen/Landpixel
Auch die Sojabohne (Glycine max) darf angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Bei der Esparsette sind ebenfalls alle Arten greeningfähig. © Mühlhausen/Landpixel
Auch die Serradella gilt als greeningfähig und wird häufig in Saatenmischungen angeboten. © hapo/Landpixel
Auch interessant