Login
Knöllchenbakterien

Leguminosen binden Luftstickstoff: Das kosten die Impfmittel

AF_Sojabohne-Saat
am Freitag, 15.03.2019 - 07:49

Zur Saatgut- oder Bodenimpfung für Eiweißpflanzen gibt es kein universales Knöllchenbakterium. Jede Leguminosenart braucht Bakterienstämme, die ihr angepasst sind. Wir nennen Beispiele, Herstelller und Preise.

Leguminosen können dank Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden. Von dieser Symbiose hängt die Leistungsfähigkeit der Kultur maßgeblich ab. Für einzelne Eiweißpflanzen haben sich bestimmte Bakterienstämme spezialisiert.

Ein allgegenwärtiges Knöllchenbakterium gibt es nicht. Vielmehr spricht jede Leguminosenart auf Stämme an, die ihr angepasst sind. Dieser Tatsache ist Rechnung zu tragen. Das Saatgut ist vor der Saat mit artspezifischen Bakterienpräparaten zu impfen.

Diese Flüssigpräparate sind am Markt

Nach längeren Anbaupausen ist die Impfung nötig. Nicht in jedem Fall sind die kleinen Helfer ausreichend im Boden vorhanden. Die Impfung führt zu höheren Erträgen und Eiweißgehalten. Für den Termin möglichst kurz vor der Saat stehen etliche Präparate bereit. Beispiele:

  • Radicin (Jost Group): Das Radicin-Institut befasst sich seit 1926 mit der Selektion und Züchtung von symbiotischen Knöllchenbakterien und von freilebenden stickstoffbindenden Azotobacter. Preisbeispiel für Lupinen: 75 ml für 1 ha = 16,13 Euro je 100 kg; 400 ml für 8 ha = 13,65 Euro je 100 kg.
  • RhizoFix (Feldsaaten Freudenberger): Das flüssige Rhizobien-Impfmittel ist recht einfach zu handhaben. Der Fokus liegt auf effektiver Ertragssteigerungen und verbesserter Stickstoffeffizienz. Preisbeispiel RF-40: 1.000 ml für 200 kg Saatgut = 23 Euro je 100 kg.
  • LiquiFix (LegumeTec, GB): Die Firma erzeugt seit 20 Jahren Impfmittel. Inhaber Bruce Knight ist Mikrobiologe. Die Produkte werden unter anderem in Kanada und der Ukraine seit Jahren eingesetzt. Preisbeispiel: 3.000 ml für 1.000 kg Saatgut = 15 Euro je 100 kg.

Diese Torfsubstrate werden angeboten

Diese Torfprodukte sind am Markt:

  • HiStick L (BASF): Der Impfstoff besteht aus selektierten Rhizobien-Stämmen, die sich durch eine intensive Stickstoffbindung auszeichnen. Preisbeispiel: 400 g für 100 kg Saatgut = 23,50 Euro je 100 kg.
  • LegumeFix (LegumeTec, GB): Dieser Impfstoff auf Torfbasis ist vergleichbar mit HiStick oder Biodoz. Preisbeispiel für 60 kg Saatgut = 27,55 Euro je 100 kg; für 180 kg Saatgut = 17,22 Euro je 100 kg.

Die Fähigkeit der Leguminosen, mit den Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden, macht für die Nachfrüchte über Gründüngung oder Ernterückstände bis zu 100 kg N/ha verfügbar, verteilt über zwei Jahre.

So mit der Spritzpistole vorgehen

Um relativ schnell größere Mengen Saatgut mit Flüssigmittel zu impfen, lohnen eine Spritzpistole und zwei BigBags. Beim Umfüllen vom oberen in einen unteren Behälter am Hoflader wird das Saatgut mit dem Impfmittel besprüht. Nötig sind dazu

  • ein erster BigBag mit dem Saatgut und einem engem Auslass,
  • ein zweiter, leerer BigBag, der das geimpfte Saatgut aufnimmt,
  • das flüssige Impfmittel,
  • ein Hoflader oder Gabelstapler,
  • eine Druckluft-Sprühpistole mit Kompressor oder Druckluft vom Schlepper.
  • Je nach Dosierung, Saatgut-Durchsatz und Sprühmenge ist das Beimpfen bei Bedarf zu wiederholen, damit das Saatgut vollständig benetzt wird.
Mit Material von Jost, BASF, Freudenberger, Legume-Tec, Lupinen-Netzwerk
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Oktober 2019
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote