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Nische

Linsen: 7 Tipps zum Anbau der Hülsenfrüchte

Linsen werden in Deutschland hauptsächlich in Baden-Württember angebaut.
am Mittwoch, 21.12.2022 - 12:15 (Jetzt kommentieren)

Linsen gewinnen als Gemüse wieder an Beliebtheit. So gelingt der Anbau in Deutschland.

In Baden-Württemberg ist der Linsenanbau in den letzten Jahren angewachsen. Ein Anbauschwerpunkt ist auf der schwäbischen Alb. Trotzdem ist er nach wie vor eine Nische. Das zeigten Berater des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg auf einer Veranstaltung zum Anbau.

Während in Baden-Württemberg 2012 nur 280 ha Linsen wuchsen, waren es 2022 immerhin schon 839 ha. Rund 80 Prozent der Anbaufläche wird ökologisch bewirtschaftet. In Frankreich ist der Anbau hingegen schon etwas verbreiteter. Ein Anbauschwerpunkt liegt in der Region Grand-Est, vor allem rund um Reims.

Wir zeigen, was beim Anbau von Linsen zu beachten ist.

1. Der richtige Aussaatzeitpunkt im Frühjahr

In Mitteleuropa werden Linsen als Sommerung angebaut. Die Aussaat findet von Anfang März bis Mitte April statt.Linsen keimen bei rund 4 °C und vertragen Fröste bis -6°C. Sie bevorzugen warme trockene Witterung.

2. Die richtige Aussaatstärke für Linsen

Die Saatstärke beträgt rund 250 bis 300 keimfähige Körner/m². Der Gemengepartner ist hier abzuziehen.

Das LTZ Augustenberg rät, zunächst ein Verhältnis von 75 % Linsen und 25 % Gemenge des jeweiligen Stützpartners auszuprobieren und das Verhältnis später gegebenenfalls anzupassen

3. Impfen ist nicht notwendig

Die feinen Linsen werden in 3 bis 6 cm Tiefe abgelegt und in bis zu 20 cm Reihenweite abgelegt. Linsen bevorzugen ein lockeres, gut abgetrocknetes Saatbett. Steinige Standorte sind nicht empfehlenswert, da sie die Ernte erschweren.

Dem LTZ Augustenberg zufolge ist eine Impfung für Linsen nicht notwendig, da die passenden Knöllchen-Bakterien in Deutschland heimisch sind. Da Linsen selbstunverträglich sind, empfehlen die Berater eine Anbaupause von 6 Jahren.

4. Keine unkrautreichen Standorte für Linsen wählen

Die Linse lässt sich als Kultur gut extensiv führen. Die Leguminosen sind wenig konkurrenzstark und sind auf Standorten mit starker Verunkrautung nicht zu empfehlen. Da die Linse eine Nischenkultur ist, gibt es in Deutschland außerdem keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel.

5. Auf den richtigen Gemengepartner kommt es an

Bei der Wahl des geeigneten Gemengepartners kommt es auf zeitgleiche Abreife, mögliches Konkurrenzverhalten untereinander, eine gute Trennbarkeit nach der Ernte und natürlich die passende Vermarktung an. Hafer als Gemengepartner hat eine besonders gute Stützwirkung.

Für ihn spricht außerdem, dass er zuverlässig Unkräuter unterdrückt. Aber auch Gerste, Leindotter, Lein und Senf kommen als Gemengepartner vor.

6. Reinanbau von Linsen hat Risiken

In Reinsaat ist mehr Fläche nötig, um gleiche Erträge zu erzielen. Im Reinanbau tritt bei feuchten Bedingungen und Gewittern außerdem häufig Lager auf. Der Bestand ist weniger gut durchlüftet, sodass das Krankheitsrisiko steigt. Auch lassen sich Linsen im Lager schlechter beernten.

7. Ernte im Gemenge

Die Erträge können zwischen 2 und 10 dt/ha schwanken, der Anbau findet in der Praxis allerdings auch oft auf mageren Standorten statt. Bei den Erträgen gibt es große Jahreseffekte.

Der Drusch sollte bei Feuchtegehalten von unter 20 % oder noch besser unter 16 %stattfinden. Der Drescher ist in erster Linie auf den Gemengepartner einzustellen.

Je nach Witterung kann eine Trocknung des Ernteguts nötig sein. Anschließend müssen Linsen und Gemengepartner gereinigt und voneinander getrennt werden.

Mit Material von LTZ Augustenbeg
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