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Ratgeber

Neun Fehler beim Erbsen-Anbau

© hapo/landpixel
von , am
02.03.2015

In der beschreibenden Liste des Bundessortenamtes sind 21 Sorten bei Futtererbsen zugelassen. Neue Sorten sind standfester und ertragssicherer als ältere. Welche Fehler gilt es beim Anbau zu vermeiden?

Gerade in der Jugendentwicklung muss der Landwirt auf die Erbsen aufpassen. © hapo/landpixel
Kornfarbe, Blühbeginn, -dauer, Reife, Neigung zu Lager, Rohproteinertrag - das sind einige der Eigenschaften, die Auskunft über die Qualität einer Futtererbsen-Sorte geben. Beim Bundessortenamt sind aktuell 21 Sorten für den Hauptfruchtanbau zugelassen. In den letzten Jahren hat sich vor allem hinsichtlich der Standfestigkeit und der Verdaulichkeit der Leguminosen einiges getan.
 
Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde die Körnererbse in Deutschland in 2014 auf 42.600 ha angebaut. Das ist mehr als doppelt soviel wie bei ihrem großen Bruder, der Ackerbohne  (20.500 ha). Anbauschwerpunkte liegen klar in Süd- und Ostdeutschland:
  • Baden-Württemberg: 2.600 ha
  • Sachsen: 4.400 ha
  • Thüringen: 5.600 ha
  • Brandenburg: 5.700 ha
  • Bayern: 8.400 ha
  • Sachsen-Anhalt: 8.500 ha
Im ersten Teil unseres Ratgebers ging es um Tipps zum Anbau der Futtererbse, heute listen wir einige Fehler auf, die sie vermeiden sollten.

Erbse hinterlässt der Nachfrucht einen reich gedeckten Tisch

  • Sorten: Halbblattlose, standfeste Erbsensorten mit einer weißen Blühte stehen heute im Fokus der Züchtung. Standfeste Sorten sind ebenso gefragt. Die UFOP empfiehlt, in Abhängigkeit von der Region, Sorten mit möglichst BSA-Note 4 oder besser zu wählen. Darum: Augen auf bei der Saatgutwahl.

  • Standortansprüche: Sand- und Tonböden, saure oder staunasse Böden sowie Böden mit Verdichtungen sind ungeeignet. Die Beratung empfiehlt steinfreie und ebene Flächen für eine zügige und verlustarme Ernte.

  • Fruchtfolge: In der Fachliteratur wird eine Anbaupause von fünf bis sechs Jahren nach der Erbse empfohlen. Erbsen schließen Phosphor zwei- bis dreimal besser als Gerste oder Hafer auf. Winterroggen ist als Vorfrucht wegen der besseren Durchwurzelung des Bodens besonders gut geeignet. Optimal ist Getreide nach Vorfrucht Erbsen (N-Nachlieferung). Auch Zuckerrüben sind als Nachfrucht dankbar (geringerer Besatz mit Zysten von Ditylenchus).

Futtererbsen nicht in den Boden schmieren

  • Saatzeit: Laut LWK Nordrhein-Westfalen sollten Erbsen nicht zu früh (ab Mitte März bis Ende April) in trockene, gare Böden gesät werden. Eine feuchte Saatbettbereitung sollte auch laut LfL Bayern vermieden werden: "Spuren im Acker bedeuten Spuren im Gelbeutel". Tiefe Temperaturen hemmen zudem die Knöllcheninfektion der Wurzeln. Für den Beginn der Keimung genügen Temperturen zwischen 1 - 6 Grad Celsius. Auch Luftmangel hemmt die Keimung.

  • Saattiefe: 4 - 6 cm auf mittelschweren Böden; 6 - 8 cm auf leichteren Böden. Eine ausreichende Saattiefe ist auch wichtig wegen der Gefahr durch Taubenfrass.

  • Reihenabstand: Die LfL Bayern empfiehlt je nach Sätechnik zwischen 15 - 45 cm (Hackmöglichkeit). Bei der häufig durchgeführten Drillsaat werde mit dem üblichen Getreideabstand gesät.

  • Saatstärke: Laut Dr. Joachim Bischoff von der LLFG Sachsen-Anhalt sprechen die praktischen Erfahrungen für Saatstärken im Bereich von 70 - 80 Körner/m² auf mittleren Böden und 80 - 90 Körner/m² auf leichten Böden. Eine Reduzierung der Saatstärke auf 60 keimfähige Körner/m² sei nur unter günstigen Bedingungen und mit Z-Saatgut möglich. "Bei der Einzelkornsaat kann die Aussaatmenge um zirka 15 Prozent reduziert werden, da eine einheitliche Tiefenablage und gleichmäßigere Pflanzenabstände in der Reihe garantiert sind", schreibt Bischoff in praxisnah.

Futtererbse am Anfang sehr anfällig

  • Pflanzenschutz: In der Jugend werden Erbsen durch Auflauf- und Fußkrankheiten gefährdet. Gebeiztes Z-Saatgut liefert damit für konventionelle Betriebe einen guten Feldaufgang und eine gleichmäßige Entwicklung. Erbsen lassen sich in ihrer Jugend Zeit, weshalb sie von Unkräutern und -gräsern bedrängt werden. Spätverkrautung kann zudem den Mähdrusch stark erschweren. Herbizide sind im  Vor- und Nachauflauf am Start.

  • Düngung: Als Leguminosen holen sich die Erbsen ihren Stickstoff selber. Für die Schwefel-Düngung empfiehlt die UFOP den Boden im Frühjahr auf Smin zu checken. Körnerfuttererbsen weisen zudem einen hohen Mangan- und mittleren Molybdänbedarf auf. Gedüngt werden sollte aber nur auf Grundlage von Boden- und Pflanzenanalysen bei zu niedrigen Richtwerten.

DerAnbau von Erbsen ist nach Aussage von Dr. Bischoff von der LLFG Sachsen-Anhalt etwas für "Fortgeschrittene" und nicht generell unter allen Standortbedingungen möglich. Die Erbse ist eine sehr anspruchsvolle Kultur, bietet dem Landwirt aber auch einen reich gedeckten Tisch für die Nachfrucht und eine heimische Soja-Alternative.

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