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Sojaanbau

Pflanzenbau-Tipp: Sojabohnen per Direktsaat in die Erde

Jonas Weber/Universität Hohenheim/dlz agrarmagazin/Katharina Krenn
am
16.03.2016

Welche Anbautechnik lohnt je nach Fruchtfolge, um Sojabohnen optimal in die Erde zu bringen? Wir geben Tipps zur Mulch- und Direktsaat und beleuchten Strip-Till und konventionelle Bestandesführung.

Mulchsaat von Sojabohnen

Wer beim Sojaanbau die Direkt- und Mulchsaat richtig einzusetzen weiß, wird mit stabilen Sojaerträge belohnt. Die Grundlage für eine gute Mulchsaat ist eine abfrierende Zwischenfrucht oder ein Zwischenfruchtgemenge. Das Abfrieren der Zwischenfrucht ist wichtig. Der Effekt lässt sich mit einem Mulcher oder einer Messerwalze unterstützen.

Die Saat der Sojabohnen fordert eine angepasste Saattechnik. Je größer die Mulchauflage, desto größer ist die Bedeutung entsprechender Räumschare vor den Säaggregaten. Die Mulchauflage schützt den Boden auch nach der Sojasaat vor Erosion bei Starkregenereignissen.

Direktsaat von Sojabohnen

In einem Feldversuch zur Direktsaat von Sojabohnen wurde Ende September Grünroggen ausgesät und Anfang Mai mit einer Messerwalze niedergedrückt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Roggen blüht, um ein Wiederaustreiben zu verhindern. Wegen der großen Biomasseschicht durch die überwinternde Zwischenfrucht ist es wichtig, dass eine geeignete Direktsaatmaschine eingesetzt wird. Bei der Direktsaat von Sojabohnen sollte weiter darauf geachtet werden, dass die Saatspur nicht verschmiert und der Saatschlitz wieder verschlossen wird.

Die durch die Messerwalze umgeknickte Zwischenfruchtschicht bietet einige Vorteile, etwa Erosionsschutz für den ­Boden. Zudem wird das Auflaufen von Un­kräutern stark reduziert, da keine Boden­bewegung stattfindet und die Zwischenfrucht die Bodenoberfläche beschattet. Folglich werden die Unkrautsamen nicht zur Keimung angeregt. Deshalb ist in ­diesem System kein Einsatz von Herbiziden nötig.

Die geknickte Mulchschicht stirbt im Laufe der nächsten Wochen ab. Da die Bodenerwärmung unter der Zwischenfruchtschicht gegenüber einer bearbeiteten Fläche reduziert ist, ist es wichtig, mit der Aussaat zu warten, bis die Bodentemperatur auf über 10 °C angestiegen ist. Deswegen erfolgt die Saat circa eine Woche später als im klassischen Sojaanbau.

Strip-Till zur Streifenlockerung

Der zusätzliche Einsatz eines Strip-Till-Geräts oder einer Streifenfräße kann in die Systeme Mulch- und Direktsaat ­integriert werden. Der Einsatz dieser ­Technik ­verbessert meist das Saatbeet, da eine schnellere Erwärmung in diesem ­Bereich stattfindet. Das wirkt sich positiv auf das Auflaufen der Sojabohnen aus. ­Jedoch ist darauf zu achten, dass mit der ­Streifenbearbeitung keine Kluten ge­schaffen werden.

Zwischenfrucht für Biogas nutzen

Alternativ kann die überwinternde Zwischenfrucht in einer Biogasanlage genutzt werden. Nach der Aussaat Ende September legt die Zwischenfrucht im zeitigen Frühjahr erheblich an Biomasse zu. In den Versuchen 2014 und 2015 wurden im Mittel 73,7 dt TM/ha Grünroggen mit einem Trockensubstanzgehalt von durchschnittlich 28,3 Prozent geerntet.

Mit einer flachen Bodenbearbeitung, etwa Scheibenegge, Kreiselegge oder Grubber, lassen sich die verbliebenen Reste der Zwischenfrucht einarbeiten. Damit ist für die Sojasaat keine spezielle Direktsaattechnik erforderlich. Schwere Böden mit schlechter Befahrbarkeit im Frühjahr eignen sich nicht, da bei der Bearbeitung Kluten entstehen.

Fazit: Vorteile der Direktsaat

  • Die Feldversuche brachten mit dieser Methode gute Sojaerträge.
  • Weiter lässt sich die Zwischenfrucht bioenergetisch nutzen.
  • Bei reduzierter Bodenbearbeitung ließ sich ein verringerter Unkrautdruck,
  • sowie ein gleichmäßiges Auflaufen der Sojabohnen bonitieren.
  • Zudem war in den Versuchen kein Glyphosat vor der Saat der Sojabohnen nötig.

Dieser Text erschien zuerst in der Februar-Ausgabe des dlz-agrarmagazin.

Sojaanbau mit Mulch- und Direktsaat: So geht's

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