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Leguminosen

Tipps zum Anbau von Futtererbsen

© hapo/landpixel
von , am
23.03.2016

Mit Proteingehalten zwischen 18 und 25 Prozent in der Trockenmasse sind Futtererbsen echte Powerkugeln. Die Leguminosen machen sich auch gut vorm Weizen, wenn der Stickstoff mal wieder teurer ist.

Halbblattlose, standfeste Sorten mit einer weißen Blühte stehen heute im Fokus der Erbsen-Züchtung. © hapo/landpixel

Die erste Frage bei der Auswahl der Pflanzen für die Fruchtfolge ist meist "Lohnt sich das ganze?". Variable Kosten gegen Leistungen inklusive sonstiger Leistungen und Prämien. Beim Deckungsbeitrag schneidet die Futtererbse gegen Weizen und Co. ziemlich schlecht ab.

Mit einberechnet werden sollte deshalb auch, dass die Erbse unter anderem

  • Stickstoff fixiert,
  • Infektionsketten bricht und
  • Proteinfutter liefert.

Mit einem Erntetermin zwischen Mitte Juli und Mitte August geht die Erbse zudem relativ früh vom Acker. Was ist beim Anbau zu beachten?

Standortansprüche: Ausreichend Wasser, pH-Wert nicht unter 6

"Die Körnerfuttererbse besitzt von allen heimischen Körnerleguminosen die größte ökologische Streubreite", schreibt die UFOP in einem Anbauratgeber. Am liebsten mag es die Erbse demnach auf humosen, tiefgründigen Lehmböden mit neutralem pH-Wert von 6 bis 7. Böden mit pH-Werten unter 6 sollten vermieden werden, da sonst die Infektion mit Knöllchenbakterien eingeschränkt ist.

"Sie ist aber auch auf lehmigen Sanden und flachgründigen Verwitterungsböden anbauwürdig, wenn die Wasserversorgung durch Niederschläge ausreicht", schreibt die UFOP weiter. Wichtig sind ausreichend Wasser zur Keimung und zur Blüte, bei der Reife im Juli/August sollte es trocken sein. Die Wasseraufnahme bei der Keimung beträgt 140 Prozent der Trockensubstanz (Raps 80 %, Weizen 60 %).

Da die Erbse nur eine mittelkräftige Pfahlwurzel ausbildet, sollte der Boden 40 - 50 cm tief leicht durchwurzelbar sein. Störungen im Bodengefüge, wie beispielsweise Bodenverdichtungen und Staunässe wirken sich daher auf das Wachstum sehr nachteilig aus, erklärt die LfL Bayern. Steinige Böden seien zudem wegen Problemen beim Mähdrusch ungeeignet. Beim Anbau sollte ein Abstand von fünf bis sechs Jahren auf demselben Feld eingehalten werden, da die Erbse anfällig gegen Fußkrankheiten ist.

Saatbeetbereitung zur Aussaat der Körnererbse

"Der Stoppelbearbeitung nach Ernte der Getreidevorfrucht gebührt besondere Aufmerksamkeit", schreibt Dr. Joachim Bischoff von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt in der Zeitschrift praxisnah. Um den mikrobiellen Strohabbau zu fördern, sollte das Getreidestroh möglichst gleichmäßig horizontal und vertikal verteilt werden und anschließend mit entsprechenden Nachläufern auf acht bis zehn Zentimeter eingearbeitet werden.

Nach der Stoppelbearbeitung empfiehlt Bischoff bis spätestens Ende Oktober die Grundbodenbearbeitung. Neben dem konventionellen Pflugeinsatz auf 25 cm sei bei der pfluglosen Bodenbearbeitung ein 10 bis 15 cm tiefer Grubbergang als Pflugersatz die Regel. "Die krumentiefe Bodenlockerung ist nur dann erforderlich, wenn Schadverdichtungen zu beseitigen sind, die mit Hilfe der Spatendiagnose relativ unproblematisch festgestellt werden können", erklärt Bischoff.

Aussaat der Futtererbsen: Nicht zu früh, hoher Wasserbedarf

Eine feuchte Saatbettbereitung sollte beim Anbau der Futtererbsen vermieden werden. "Spuren im Acker sind Spuren im Geldbeutel", fasst es die LfL Bayern zusammen. Die höhere Keimtemperatur und bessere Spätsaatverträglichkeit erlauben eine spätere Saat als bei Ackerbohnen. Von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gibt es deshalb folgende Empfehlungen:

  • Saatzeit: nicht zu früh (ab Mitte März bis Ende April) in trockene, gare Böden. Tiefe Temperaturen hemmen notwendige Knöllcheninfektion der Wurzeln. Für den Beginn der Keimung genügt 1 - 6 Grad Celsius. Keimhemmung sehr stark bei Luftmangel.
  • Saatstärke: 60 - 80 Körner/m² bei Drillsaat, auch bei späteren Terminen. Saatgut von Futtererbsen ist relativ teuer. Niedrige TKM wirken sich günstig auf die Saatgutkosten aus.
  • Saattiefe: 4 bis 6 cm auf mittelschweren Böden und 6 bis 8 cm auf leichteren Böden.

Bei einer Einzelkornsaat kann laut Bischoff die Aussaatmenge um rund 15 Prozent reduziert werden, da eine einheitliche Tiefenablage und gleichmäßigere Pflanzenabstände in der Reihe garantiert sind. Bei Reihenweiten von 25 cm erhält die Einzelpflanze natürlich auch mehr Licht und Wasser. "Dadurch entwickelt sie sich stärker, die Bestände gehen weniger ins Lager und trocknen aufgrund besserer Durchlüftung schneller ab", schreibt Bischoff.

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