Login
Zweitfruchtanbau

Ist Mais nach frühem Getreidedrusch sinnvoll?

Aussaat von Mais
Thumbnail
Klaus Strotmann, agrarheute
am
29.06.2018

Wo die Gerste jetzt sehr früh vom Halm kam, denkt mancher über den Nachbau von Mais nach. Wir klären, ob sich der lohnt und was an Auflagen zu beachten ist.

Nach der sehr frühen Druschreife der Wintergerste aufgrund der massiven Trockenheit ziehen manche Praktiker noch den Nachbau sehr früher Silomaissorten in Erwägung.

Mehrjährige Versuche der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen zum Maisanbau nach Getreide-Ganzpflanzensilage zeigen: Mais als Zweitfrucht sollte bis spätestens zum Ende der zweiten Junidekade ausgesät sein.

Kaum noch akzeptable Erträge

„Spätere Saattermine sind ausgesprochen kritisch“, heißt es aus der LWK. Je Woche Saatzeitverzögerung nach dem 1. Mai ist mit einem Minderertrag von ca. 5 Prozentpunkten gegenüber dem optimalen Saattermin zu rechnen.

Saaten ab Ende Juni oder sogar erst im Juli nach Druschgerste lassen selbst unter optimalen Bedingungen kaum noch akzeptable Erträge und Qualitäten erwarten – auch bei der Wahl sehr früher Sorten.

Entscheidend ist die Blüte

Denn kommt der Mais zu spät zur Blüte, ist nicht mehr mit nennenswerten Einlagerungen in Körner bzw. Kolben zu rechnen. Diesen Ertrags- und Qualitätsaussichten stehen aber zumindest volle Aufwendungen für Saatgut und Pflanzenschutz, sowie entsprechende Arbeitserledigungskosten gegenüber.

Ein Silomaisanbau mit späten Aussaatterminen, zum Beispiel nach Vorfrucht Wintergerste, dürfte daher, trotz der nicht anfallenden Flächennutzungskosten, regelmäßig zum Zuschussgeschäft werden.

Düngeverordnung unbedingt beachten

Sollte ein Anbau dennoch angestrebt werden, sind unbedingt die Regelungen der neuen Düngeverordnung zu berücksichtigen. Demnach muss unter anderem eine schriftliche Düngebedarfsermittlung für die Zweit- bzw. Zwischenfrucht erfolgen.

Liegen keine eigenen N-min-Werte vor, ist beispielsweise in NRW nach der Vorfrucht Getreide ein N-min-Richtwert von 25 kg/ha in Ansatz zu bringen. Infos und Hilfen: www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/programme.

Fallstrick Anbaudiversifizierung

Des Weiteren sind die Regelungen der Agrarreform zur Anbaudiversifizierung bis zum 15. Juli zu beachten. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die beantragte Kultur eindeutig festzustellen sein. Hier geht es um die je nach Betriebsgröße nötige Anzahl verschiedener Kulturen; die Hauptkultur darf 75 Prozent Anteil nicht überschreiten.

Sofern vorher eine Zweitkultur gesät wird, muss die Aussaat der zuständigen Kreisstelle gemeldet werden. Die Anbaudiversifizierung muss auch mit der neuen Kultur bis zum 15. Juli erfüllt sein.

Mit Material von LWK NRW

Flinker Erntehelfer: Deutz-Fahr C6205 TS Mähdrescher im Fahrbericht

Auch interessant