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Mais und Raps: Aktuelle Handlungstipps

von , am
27.04.2011

Mit dem auflaufenden Mais zeigen sich auch Unkräuter und Ungräser auf den Feldern. Auch die Frage nach einer Blütenspritzung im Raps stellt sich. Wir zeigen Ihnen Handlungsstrategien.

 
Viele Maisbestände laufen derzeit auf. Mit dem Mais laufen auch erste Unkräuter und Ungräser auf. Bereits jetzt müssen die richtigen Strategien für die Unkrautbekämpfung gefunden und zum Teil durchgeführt werden.
 
Der Mais stellt seine Wachsschicht im 4-Blattstadium um. Danach reagiert er deutlicher auf Herbizidanwendungen. Aus diesem Grund sollten Herbizidbehandlungen möglichst bis zum 4-Blattstadium erfolgen. Bei der Planung des Herbizideinsatzes ist auch die vielerorts herrschende Trockenheit mit einzubeziehen. Bei vielen Herbiziden ist die Wirkung in diesen Phasen eingeschränkt.
 
So sollten auf trockenem Boden kein Metosulam und kein FFA+Metosulam zum Einsatz kommen. Die Wirkung des Bodenherbizides Metolachlor ist dagegen vergleichsweise gut bei Trockenheit. Auch die Wirkung der "filmbildenden" Herbizide ist relativ gut bei Trockenheit. Mesotrione und Sulcotrione werden derzeit lediglich durch Winderosion und Bodenrisse eingeschränkt. Vor allem größere Betriebe sollten bereits beim Feldaufgang des Maises mit den ersten Herbizidbehandlungen beginnen, damit die zuletzt behandelten Flächen nicht zu groß sind. Unter trockenen Bedingungen können Kombinationen aus Mesotrione und S-Metolachlor zum Einsatz kommen.
 
  • Windenknöterich
    Mit fortschreitender Entwicklung der Unkräuter bzw. des Maises kann der Anteil blattaktiver Präparate zunehmen. Vor allem bei Windenknöterichdruck kommt das Bromoxynil zum Einsatz.
  • Hirsen
    Sind schwer bekämpfbare Hirsen auf einem Standort, können bei fortgeschrittener Entwicklung Topramezone und andere blattaktive Präparate zum Einsatz kommen.

  • Ausfallgetreide/Ackerfuchsschwanz/Quecken
    Müssen Ausfallgetreide, Ackerfuchsschwanz oder Quecken bekämpft werden, fällt die Wahl auf die diversen Sulfonylharnstoffe. Da die SHS bekanntermaßen die Entwicklung verzögern können, sollten sie nur bei Bedarf eingesetzt werden.

Raps-Blütenspritzung notwendig?

Die anhaltende Trockenheit veranlaßt manche, auf die Blütenspritzung gegen Sklerotinia zu verzichten. Die Entscheidung, ob eine Blütenspritzung notwendig ist oder nicht, hängt von der Belastung des Standortes mit Sklerotinia ab: Wo in den letzten fünf Jahren weder Raps noch andere Kreuzblütler (Senf, Ölrettich, als Unkräuter Hirtentäschel, Hellerkraut, Rauken), Vogelmiere, Leguminosen, Klee, Kartoffeln zur Blüte kamen, ist mit einem geringen Sklerotinia-Besatz zu rechnen. Insgesamt ist in den letzten Jahren die Befallshäufigkeit mit Sklerotinia angestiegen.
 
Für das Auskeimen der Apothecien aus den Sklerotien ist Bodenfeuchte notwendig. Wenn der Boden bis etwa 5 cm ausgetrocknet und nicht dunkel gefärbt ist, kann man davon ausgehen, dass bislang keine Apothecien aufgelaufen, beziehungsweise angekeimte Apothecien vertrocknet sind. Treffen beide Bewertungskriterien zusammen, kann auf eine Blütenspritzung gegen Sklerotinia verzichtet werden. Im Zweifelsfall ist immer eine Blütenspritzung zu empfehlen.
 
In der Praxis hat es sich immer wieder gezeigt, dass trotz lang anhaltender Trockenheit eine Blütenspritzung wirtschaftlich ist. Aufgrund der derzeit hohen Rapspreise wird dieser Effekt noch verstärkt. Ist der Boden bis unter die maximale Auskeimtiefe (5 cm) der Sklerotien ausgetrocknet, ist auf den früh aufblühenden Standorten das Risiko eines späten Sklerotiniabefalls bei hoher Rapsanbaudichte nicht auszuschließen. Damit eine massenhafte Keimung von Sklerotien in Gang kommt, müssen auf den Standorten, auf denen bereits heute erste Trockenschäden zu beobachten sind, auf sandigen Böden mindestens 15 mm Regen, auf lehmigen bis tonigen Böden mindestens 30 mm Regen fallen.
 
Wie sieht es bei Euch draußen aus? Wir von agrarheute.com sind neugierig und warten bei landlive.de auf Bilder von eurem Acker. Die Bilder könnt ihr hier einstellen. zum Thread ... 
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