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Mais

Abstimmung über gv-Mais 1507: Deutschland verhält sich feige

© Mühlhausen/landpixel
von , am
10.02.2014

München - Wächst künftig der transgene Mais 1507 auf europäischen Äckern? Die Abstimmung darüber steht morgen an. Doch Deutschland verhält sich feige. Ein Kommentar von Eva Ziegler.

Die weltweite Maisernte wird 2017/18 um fast 30 Mio. t geringer ausfallen als benötigt wrid. © landpixel
Wird in Zukunft der gentechnisch veränderte Mais 1507 von Pioneer und Dow AgroScience auf europäischen Äckern stehen? Darüber stimmen die Europa- und Außenminister am morgigen Dienstag ab.
 
Obwohl sich Deutschland bei einem Testlauf nicht geäußert hat, steht das morgige Abstimmungsverhalten bereits fest: keines, sprich Enthaltung. Das ist feige. Offiziell bliebe damit immer noch die Möglichkeit, sich bei zu großem Verbraucherprotest die Hände in Unschuld zu waschen. Man hat sich ja enthalten ...

Hohn in den Ohren der Verbraucher

Die Enthaltung Deutschlands resultiert daraus, dass sich die Ministerien nicht einigen können. Während SPD und CSU gegen eine Anbauzulassung sind, sprechen sich das Kanzleramt und die CDU dafür aus. Bei solch wichtigen Entscheidungen sollte aber eine gemeinsame Position zustande kommen.
 
Im Koalitionsvertrag steht: "Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an." Das ist fein. Angesichts der aktuellen Situation muss es dem Verbraucher aber wie Hohn in den Ohren klingen.

Verbrauchern und Landwirten bleibt (langfristig) keine Wahlfreiheit

Unabhängig davon, ob 1507 für empfindliche Schmetterlingsarten gefährlich ist oder nicht: Fakt ist, dass die meisten Verbraucher keine Gentechnik wollen. Die Rede ist hierbei nicht von Enzymen im Joghurt und Baumwollhemden, deren Baumwolle aus Land X stammt, in dem gv-Pflanzen längst (Anbau-)Alltag sind.
 
Fakt ist auch, dass Pollen sich nicht an ihre durchschnittliche Reichweite halten werden - Refugienfläche hin oder her. Eine erfolgreiche Pflanze wird sich über kurz oder lang auskreuzen und ist damit nicht mehr rückholbar.
 
Und das wirkt sich auf die ganze Landwirtschaft Europas aus. Denn die Wahlfreiheit, wie der Landwirt produzieren und der Verbraucher konsumieren will - öko, konventionell oder konventionell mit Gentechnik - wird langfristig keinen Bestand haben.

Die Entscheidung wird pro 1507 ausfallen

Beim oben genannten Probelauf stimmten übrigens 16 Mitgliedsstaaten gegen die Anbauzulassung, fünf dafür und sieben haben sich enthalten.
 
Damit ist keine qualifizierte Mehrheit erreicht, die Entscheidung liegt bei der EU-Kommission. Und die wird - wenn alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind - die Anbauzulassung erteilen.
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