Login
Mais

Aufgepasst: Der Maizünsler steht vor der Tür

© Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
von , am
22.06.2015

Der Maiszünsler ist im Anflug. Im letzten Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen bereits am 10. Juni erste Falter in den Fallen gefangen. Der Schmetterling muss im Mais beobachtet werden.

Der Maiszünsler fliegt ab Juni. Aktuell ist der Hauptzuflug zu verzeichnen. © LWK Nordrhein-Westfalen
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schreibt auf ISIP über Physiologie und Befallssymptome des Schädlings. Der Maiszünsler überwintert als Larve in den Maisstoppeln. Ab Mitte Mai verpuppen sie sich und nach etwa drei bis vier Wochen schlüpfen die Falter. Diese fliegen anschließend zu Eiablage in die Maisbestände. Die Schlupftrichter zur Überwachung des Flughöhepunktes hat die LWK NRW schon seit zwei Wochen in Betrieb, da in 2014 bereits am 10. Juni der erste Falter gefangen wurde.
 
Der optimale Bekämpfungstermin liegt laut LWK NRW um den Flughöhepunkt, die ersten fliegenden Falter können erfahrungsgemäß außer Acht gelassen werden.

Physiologie und Auftreten des Maiszünslers

  • Der Maiszünsler ist ein zur Ordnung der Schmetterlinge gehörender Schädling. Es sind in Europa zwei Rassen bekannt, wovon aber nur eine (Z-Rasse) in Deutschland als maisschädigend gilt.
  • Die Falter, mit einer Flügelspannweite von ca. 3 cm, sind bräunlich und haben eine auffällige Maserung mit gelbbraunen Querstreifen auf den Flügeln.
  • Ab Anfang Juni ist mit Beginn der Flugaktivität und an- schließender Eiablage zu rechnen.
  • Das Eigelege an der Unterseite der mittleren Blätter kann bis zu 40 Eier enthalten und ist durch seine dachziegelartige Anordnung besonders markant.
  • Die ausgewachsenen Larven, bis zu 30 mm lang, sind ebenfalls von bräunlicher Farbe und haben eine schwarze Kopfkapsel.
  • Die Larven überwintern hauptsächlich in den untersten Stengelteilen und verpuppen sich im Mai des Folgejahres.

Schadsymptome am Mais

Laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist ein erster Befall an quer zur Blattachse verlaufenden "Nadelstichreihen" in den oberen Blättern zu erkennen. Im weiteren Verlauf zeigen sich am Stängel runde Bohrlöcher, aus denen später Bohrmehl und Kot hervortritt und sich auf den Blattachseln ansammelt. Auffälligster Schaden ist in den meisten Jahren das frühzeitige Abknicken der Fahnen.
 
Die Larven durchziehen mit ihren Fraßgängen neben dem Stängel auch die Kolben. Mit zunehmendem Alter orientieren sich die Larven in ihrer Fraßrichtung zur Pflanzenwurzel hin. Dabei werden die Stängelknoten durch Verlassen des Halmes und sofortiges Wieder-Einbohren umgangen. Diese Schwächung des Halmes verursacht bei Sturm vorzeitiges Lager.
 
Derzeitige Bekämpfungsschwellen sind laut LWK NRW:
  • Silomais: 30-40 Raupen / 100 Pflanzen
  • Körnermais: sechs Eigelege / 100 Pflanzen
  • Vermehrung: vier Eigelege / 100 Pflanze

Bekämpfung des Maiszünslers

  • frühe Ernte und tiefer Schnitt
  • zerkleinern der Maisstoppel mit gegenläufig arbeitendem Unterflurhäcksler
  • Ernte- und Stoppelreste mit Scheibenegge bzw. Tiefgrubber gründlich einarbeiten oder saubere Pflugfurche
  • auf kleineren Flächen biologische Bekämpfung mit Trichogramma-Schlupfwespen
  • in Ausnahmefällen in Körnermais bei drohendem stärkeren Besatz (Schadschwelle beachten) Einsatz eines zugelassenen Insektizides nach Warnaufruf im Juni/Juli
Auch interessant