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Mais

Bayern: Mehr Maiswurzelbohrer in den Fallen als je zuvor

© LWK Nordrhein-Westfalen
von , am
28.10.2014

Der Status als Quarantäneschädling wurde zwar aufgehoben. Trotzdem breitet sich der Maiswurzelbohrer weiter aus. Vor allem in Bayern wurden in 2014 mehr Käfer in den Fallen gezählt als jemals zuvor.

Seinen Status als Quarantäneschädling hat er zwar los. Doch ernsten Schaden richtet er nach wie vor an: der Westliche Maiswurzelbohrer. © Mühlhausen/landpixel
Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) treibt den Maisanbauern die Sorgenfalten ins Gesicht. Vor allem in Bayern. Dort gingen nach Angaben des Deustchen Maiskommitee (DMK) deutlich mehr Käfer in die Fallen als jemals zuvor. Insgesamt wurden in Bayern in diesem Jahr 1.415Käfer gezählt. In Baden-Württemberg bleiben die Fundzahlen in etwa auf dem Vorjahresniveau.
 
Im Vorjahr wurden in Baden-Württemberg 2.126 Käfer gefangen, in Bayern waren es 192, in Rheinland-Pfalz zehn und in Sachsen ein Käfer. 2012 wurden in Baden-Württemberg 5.872 Käfer und in Bayern 374 Tiere registriert. Die bislang höchsten Fangzahlen gab es 2011 mit 6.104 Käfern in Baden-Württemberg und 174 in Bayern.

Die aktuellen Zahlen für 2014 sind allerdings nur bedingt mit denen der Vorjahre zu vergleichen. Die EU-Kommission hatte den Status als Quarantäneschädling in diesem Jahr aufgehoben und hält lediglich an einer Empfehlung fest. Somit liegen den Funden andere Fallenzahlen zugrunde. Der Schaderreger soll zukünftig im Rahmen des Integrierten Pflanzenschutzes berücksichtigt werden, wobei die Fruchtfolge als mögliche Bekämpfungsmaßnahme im Vordergrund steht.

Wichitgste Bekämpfung gegen Maiswurzelbohrer bleibt die Fruchtfolge

Unabhängig von der Zahl der Fallen bleibt der Maiswurzelbohrer nach Expertenmeinung gefährlich. Er ist, so Prof. Dr. Michael Zellner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, in der Lage, in kürzester Zeit enorme Schäden zu verursachen. Der gefräßige Schädling könne seine Population unter günstigen Voraussetzungen sehr schnell ausweiten und er konzentriert sich dabei keineswegs nur auf den Mais. Die Larven können auch an anderen Kulturpflanzen überleben.
 
Die wichtigste und effektivste Bekämpfungsmaßnahme gegen den Schädling sei die Fruchtfolge so Zellner. Es sei unabdingbar, auf jeder Fläche höchstens zwei Mal innerhalb von drei Jahren Mais anzubauen. Das gelte auch für Regionen, in denen insgesamt weniger Mais wächst. 

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