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Mais

BfR: Studie zu gv-Mais fehlt der wissenschaftliche Standard

von , am
02.10.2012

Berlin - Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat der Studie französischer Forscher, wonach mit gv-Mais gefütterte Ratten früher sterben, die wissenschaftliche Sorgfalt abgesprochen.

Die französische Presse berichtet, dass das Krebsrisiko der Versuchsratten um das Zwei- bis Fünffache erhöht war. © Paco Ayala/Fotolia.com
Die Studie sei experimentell nicht ausreichend belegt, teilte das BfR mit. "Die Studie hat sowohl Schwächen im Design als auch in der statistischen Auswertung, so dass die Schlussfolgerungen der Autoren nicht nachvollziehbar sind", sagt Professor Dr. Reiner Wittkowski, Vizepräsident des Bundesinstituts. Auch die Aussage, dass möglicherweise die Langzeitaufnahme des glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittels Roundup zu schweren Gesundheitsschäden und früherem Versterben führen, sei nicht ausreichend belegt.
 
Zu Glyphosat als herbizidem Wirkstoff liegen laut BfR zahlreiche Langzeitstudien vor. Krebs, eine höhere Sterblichkeit oder Einflüsse auf das Hormonsystem der Versuchstiere, wie sie die Autoren in der Publikation berichten, seien in diesen Untersuchungen nicht beobachtet worden.

Französische Studie ergab erhöhtes Krebsrisiko bei gv-Mais

Mitte September 2012 veröffentlichte ein Wissenschaftlerteam um Gilles-Eric Séralini an der Universität von Caen in Frankreich Ergebnisse einer Langzeitstudie mit Ratten, denen die gentechnisch veränderte, glyphosattolerante Maissorte NK 603 verabreicht worden war. Ein Teil des gv- Maises war dabei mit dem Pflanzenschutzmittel Roundup behandelt worden, ein anderer Teil war unbehandelt. Der Mais wurde jeweils in drei Dosierungen gegeben. Zusätzlich wurden anderen Tieren, die mit konventionellem Futter gefüttert wurden, Roundup über das Trinkwasser in drei Dosierungen gegeben. Eine Kontrollgruppe wurde mit nicht gentechnisch verändertem Mais gefüttert.
 
Die Autoren berichten, dass die Tiere in einigen der Testgruppen früher Tumoren und andere Organschäden entwickelt hätten und früher gestorben seien als in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse könnten durch Hormonwirkungen von Roundup sowie von Inhaltsstoffen des gentechnisch veränderten Mais hervorgerufen sein.

BfR: Versuch entspricht nicht den internationalen Standards

Wie das BfR mitteilt, sind die Hauptaussagen der Veröffentlichung experimentell nicht ausreichend belegt. Zudem seien aufgrund der Unzulänglichkeiten des Studiendesigns sowie der Art der Präsentation und Interpretation der Daten wesentliche Schlussfolgerungen der Autoren nicht nachvollziehbar.
 
Kritisiert wird an der Studie insbesondere die viel zu kleine Anzahl an Tieren pro Gruppe, die nicht den internationalen Standards für Studien zur kanzerogenen Wirkung entspreche. Der verwendete Rattenstamm weise eine relativ hohe Spontantumorrate auf. Darüber hinaus sei die verwendete Tierzahl zur Bewertung der von den Autoren behaupteten Unterschiede zwischen den Test- und der Kontrollgruppe nicht ausreichend. Auch die These der Autoren, die beobachteten Effekte könnten auf endokrinschädlichen Wirkungen beruhen, seien nicht hinreichend durch die erhobenen Daten gedeckt. Das BfR bemängelt weiterhin, dass bei den Untersuchungen mit Roundup keine Bestimmung der verabreichten Dosis erfolgte. Außerdem seien die erhobenen Daten nur unvollständig dargelegt.
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