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Mais

Brasilien/Mais: Schwache Preise drosseln Anbau

von , am
11.09.2013

In Brasilien beginnt jetzt im Süden des Landes die Maisaussaat. Allerdings werden die Farmer wohl weniger anbauen. Grund sind die niedrigeren Preise und die Expansion des Sojaanbaus.

© landpixel
In Brasilen beginnt im September im Süden des Landes die Maisaussaat für die neue Ernte. Bis November ist der Sommermais in allen Bundestaaten gepflanzt.
 
Immer mehr an Bedeutung gewonnen hat in den letzten Jahren jedoch der sogenannte Wintermais oder Safrina. Dieser Mais wird erst im Anschluss an die Sojaernte im Februar und März gepflanzt. Mittlerweile entfallen auf den Wintermais rund 60 Prozent (%) der gesamten Produktion und er ist hauptsächlich für den Export bestimmt. Dagegen bildet der vor allem in Südbrasilien produzierte Sommermais die Futtergrundlage für die brasilianische Schweine- und Geflügelproduktion.

Niedrige Maispreise und Verdrängung durch Soja

Befragungen von Farmern sowie Schätzung von Analysten gehen für die neue Ernte von einer Einschränkung des Maisanbaus aus. Ein Grund ist sicher der starke Rückgang der Maispreise am Weltmarkt (und in Brasilien) und damit auch die rückläufigen Erlösaussichten. Hinzu kommt die weitere Expansion des Sojaanbaus. Speziell der im Herbst gepflanzte Sommermais könnte Fläche an den Soja verlieren.
 
Wie groß am Ende die Anbaufläche für die Produktion von Wintermais ist, hängt zum einen von der Preisentwicklung und zum anderen vom Flächenverlust beim Sommermais ab.

Ausweitung des Wintermaisanbaus

Der Maisanbau ist in Brasilien in den letzten Jahren gewachsen, aber lange nicht so kräftig wie der Anbau von Soja. Die Gesamt-Anbaufläche hat von 2005 bis 2013 um knapp drei Millionen Hektar (fast 25 %) auf 15,8 Millionen Hektar zugenommen und geht in diesem Jahr erstmals wieder etwas zurück. Grund für das Wachstum der Anbaufläche war die stetige Expansion beim Wintermaisanbau nach Soja. Dagegen geht der Anbau von Sommermais seit einiger Zeit zurück.
 
Die Mais-Produktion hat sich im Zeitraum von 2005 bis 2013 auf etwa auf 80 Mio. t verdoppelt und der Export ist ungeachtet erheblicher jährlicher Schwankungen um das drei- bei vierfache gestiegen. Im letzten Jahr war Brasilien erstmals vor Argentinien und den USA der weltgrößte Maisexporteur.

Exporte werden spürbar zurückgehen

Das hohe Niveau der Exporte wird jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zu halten sein. Zum einen werden die USA bei einer deutlich größeren Ernte wieder an die Spitze der Maisexporteure drängen und Brasilien Marktanteile abnehmen. Zum anderen beschränkt der noch stärker wachsende Sojaexport die logistischen Kapazitäten und verhindert die weitere Zunahme der Maisausfuhr. Hinzu kommt noch die etwas kleinere Ernte.
 
 

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