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Mais

Deutschland: Maisernte deutlich größer als gedacht

© agrar-press
von , am
07.03.2012

Die deutsche Maisernte ist 2011 deutlich größer als bisher gedacht. Nach der zweiten Korrektur wurden etwa 14 Prozent mehr Mais erzeugt als bisher angegeben.

Der Herbizideinsatz im Gen-Maisanbau ist aufgrund von Resistenzen wieder gestiegen. © landpixel
Die Schätzungen wurden Anfang März vom Landwirtschaftsministerium und vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Trotz dieser kräftigen Zunahme fällt die Getreideernte mit insgesamt 41,9 Millionen Tonnen (Mio. t) nur geringfügig größer aus als bei der letzten Erntemeldung im Herbst (41,4 Mio. t). Ursache ist, dass sowohl die Weichweizenernte als auch die Produktion von Wintergerste nochmals leicht nach unten korrigiert wurden.
 
Damit bleibt die deutsche Versorgungsbilanz negativ, denn der Inlandsbedarf liegt etwa zwischen 43 und 44 Millionen Tonnen Getreide.

Produktionssprung bei Mais

Mit 5,18 Mio. t übertrifft die deutsche Maisproduktion alle bisherigen Hochrechnungen und Erntemeldungen deutlich. Etwa 14 Prozent (%) oder 650.000 Tonnen (t) größer als bei der letzten Erntemeldung angegeben, war die deutsche Maisernte 2011. Das Vorjahresergebnis wurde sogar um 23 % beziehungsweise knapp einer Million Tonnen übertroffen und der Abstand zum langjährigen Mittel beträgt 25 %.
 
Dabei wurde die Erntefläche im Vergleich zur letzten Hochrechnung nur leicht um 10.000 Hektar (ha) auf 488.000 ha nach oben korrigiert. Ursache für den Produktionssprung sind vielmehr die sehr hohen Erträge von bisher noch nicht erreichten 107 dt/ha.
 
Die drei größten Maisproduzente sind
  • Bayern,
  • Nordrhein-Westfalen und
  • Niedersachsen.
Aus diesen drei Bundesländern kommen zwei Drittel der deutschen Produktionsmenge.
 
Deutlich wird der Anstieg des Maisangebotes auch, wenn man die Verkäufe von Mais aus der Landwirtschaft an die abnehmende Hand betrachtet. Diese Verkäufe lagen nach Angaben des BMELV in den ersten fünf Monaten des Wirtschaftsjahres 50 Prozent über den Vorjahreswerten. Die deutsche Mischfutterindustrie hat in diesem Zeitraum ebenfalls 23 % mehr Mais verarbeitet als im Jahr zuvor. 

Weizenernte noch etwas kleiner

Die korrigierte Produktionsmenge von Winterweizen wird mit 22,34 Millionen Tonnen angegeben. Damit liegt die aktuelle Meldung rund 178.000 t unter der letzten Hochrechnung vom Herbst 2011. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Erntemenge fünf Prozent kleiner und den langjährigen Durchschnitt verfehlt diese Erntemenge um vier Prozent.
 
Ursache für die leichte Korrektur sind die nochmals etwas niedrigeren Erträge von jetzt 70,6 dt. Nach den Daten des BMELV verkauften die deutschen Landwirte in den ersten fünf Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres rund 20 % weniger Weizen an die aufnehmende Hand als im Vorjahr.
 
Vergleicht man die Erntemenge mit den bisherigen Verkäufen der Landwirte und mit den Vorjahresdaten, müssten sich eigentlich noch größere Mengen Weizen auf den Höfen befinden. Die deutsche Mischfutterindustrie hat im laufenden Wirtschaftsjahr wegen des knappen Gerstenangebotes hingegen rund zehn Prozent mehr Weizen eingesetzt als im letzten Jahr.

Futtergerste sehr knapp

Bei Wintergerste liegt die korrigierte Schätzung nochmals leicht um 51.000 t unter der letzten Hochrechnung und 23 % beziehungsweise knapp zwei Millionen Tonnen unter dem Vorjahr. Den langjährigen Durchschnitt verfehlt die Wintergerstenproduktion um 27 % oder 2,4 Millionen Tonnen. Diese Knappheit kommt nicht nur in den Preisen zum Ausdruck, denn Futtergerste war zuletzt teurer als Futterweizen.
 
Auch der Verkauf von Gerste aus der Landwirtschaft an die öffentliche Hand lag in den ersten fünf Monaten des Wirtschaftsjahres 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Einsatz von Gerste im Mischfutter ist ebenfalls zehn Prozent kleiner als vor einem Jahr.

Kaum Veränderungen bei Sommergerste

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die Produktion von Sommergerste verändert sich mit 2,06 Millionen Tonnen zur letzten Erntemeldung nur unwesentlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Produktionsmenge um 20 Prozent größer, das langjährige Mittel wird hingegen um elf Prozent verfehlt. Überraschend ist jedoch, dass trotz der massiven Qualitätsdiskussion nach der Ernte, bislang rund zehn Prozent mehr Braugerste aus der Landwirtschaft an die Wirtschaft verkauft wurden als im letzten Jahr. Seit Oktober lagen die vermarkteten Mengen jedoch unter den Vorjahreswerten. Drei Viertel der Braugerste verkauften die Landwirte bereits im Juli und August. D
 
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