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Klimawandel

Dürre und Futtermangel: Wo Hirse mit Mais mithalten kann und wo nicht

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am Mittwoch, 07.09.2022 - 09:15 (Jetzt kommentieren)

Die Klimaextreme der vergangenen Jahre zwingen vielerorts dazu, den herkömmlichen Futterbau anzupassen. Was geht mit Hirse?

Regional sehr ausgeprägte Dürreschäden am Mais sind wie schon in den Dürrejahren 2018 bis 2019 auch dieses Jahr an der Tagesordnung. Wirtschaftliche Alternativen im Futterbau sind rar. Die klimatischen Extreme der vergangenen Jahre zwingen daher vielerorts dazu, den herkömmlichen Futterbau anzupassen. Hirse bietet sich dazu an.

Hirse bietet eine hohe Hitze- und Trockentoleranz

Hirse bietet sich als C4-Pflanze mit tiefen und verzweigten Wurzeln. Sie nutzt Wasser und Nährstoffe effizient, hat ein gutes Regenerationsvermögen. So ist die Pflanze hitze- und trockentolerant. Sie hat damit Potenzial für hohe Biomasseerträge.

Prof. Dr. Olaf Steinhöfel, Dr. Kerstin Jäkel und Christian Blunk vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) beantworten die Frage, inwieweit sich Hirse als Alternative zum Silomais eignet. Die Autoren haben folgende zwei Nutzungen untersucht:

  1. Hirseganzpflanzen als Grobfutteralternative
  2. Sorghumhirsekörner als Einzelfuttermittel.

Diese Vorteile bringen Hirseganzpflanzen als Alternative zu Silomais

Hirseganzpflanzen, so das Fazit der Wissenschaftler, bringen relativ stabile Erträge unter Dürrestress. Weiter bieten sie eine intensive Nährstoffverwertung. Und das Problem Maiswurzelbohrer-Larven betrifft sie nicht. Somit seien sie als Alternative zum Silomais durchaus zu erwägen.

Darum ist Körnerhirse als Futter noch keine wirkliche Alternative

Beim Futterwert teile sich das Angebot in

  1. stärkebetonte Körnerhirse und
  2. faserbetonte Futter- beziehungsweise Sudangrashybride.

Die Körnerhirse sei leider relativ kleinwüchsig und damit ertragsschwach. Sie stelle daher derzeit noch keine wirkliche Alternative zum Mais dar.

Dafür werden massewüchsige Sudangrashybriden angebaut

Die massewüchsigen und faserreichen Futterhirsen oder Sudangrashybriden kommen aktuell bereits zum Einsatz, besonders in der

  • Zucker- und Bioalkohol-Erzeugung sowie
  • Biogas- oder Verbrennungsanlagen.

Besonders als Zweitfrucht kommen sie für Biogas infrage, wobei sich die geprüfte Hirsesorten deutlich in Abreife und Masseertrag unterscheiden. Als Futterpflanze spielten sie jedoch in Deutschland bislang keine Rolle.

Wo Hirse mit Mais mithalten kann und wo nicht

Anbauversuche zeigen aber, dass Hirse auf Grenz- wie Gunststandorten durchaus wirtschaftliche Alternativen zum Silomais böte. Nicht mithalten kann Hirse im Vergleich zu Mais bei

  • Futterwert und
  • Verdaulichkeit.

Keine Unterschiede zwischen den ähnlichen Kulturen stellten die Berater jedoch fest bei

  • Siliereignung und -erfolg und
  • aerober Stabilität der Silagen.

Ideal wäre laut Steinhöfel, Jäkel und Blunk eine Kombination der Eigenschaften von Körner- und Futterhirsen für die Nutzung als Ganzpflanzensilage. Das schlussfolgern die Autoren nach Angaben vom Deutschen Maiskomitee.

Mit Material von DMK
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