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Maisanbau

Duo-Mais als Resistenzbrecher im Gemengeanbau mit Leguminosen?

Gemengeanbau von Mais und Bohnen
am Mittwoch, 18.11.2020 - 11:16 (Jetzt kommentieren)

Gemenge aus Mais und Leguminosen sind attraktiv, machen aber Probleme bei der Gräserbekämpfung. Ein Schlüssel: Resistente Sorten.

Gemenge aus Mais und Leguminosen werden immer beliebter. Lässt sich doch auf diesem Weg der Anteil an Mais in der Fruchtfolge hoch halten, auch wenn man in Extensivierungsprogrammen gebunden ist.

Denn ein Gemengeanbau von Mais und Stangenbohnen oder anderen Leguminosen wird oft nicht als Mais codiert, sondern als Leguminose oder Gemenge und lockert so theoretisch die Fruchtfolge auf.

Doch wie lassen sich Unkräuter bekämpfen? Das ist oft ein Kernproblem bei solchen Gemengen. Die Pflanzenbauexperten des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) in der Eifel geben Tipps zur Bestandsführung.

Unkräuter in Gemengen unproblematisch, Gräser sind ein Risiko

Gegen Unkräuter lässt sich nur Stomp Aqua oder Spectrum Plus oder Spectrum im Vorauflauf einsetzen. Mit diesen Produkten können Sie eine breite Palette an Unkräutern beseitigen.

„Wenn es jedoch um Gräser wie Hirsen, Weidelgräser oder anderen Ungräser geht, sieht es schlecht aus“, heißt es vom DLR. „Gegen Hühnerhirsen reicht die Bodenwirkung der genannten Produkte manchmal aus. Läuft die Hirse jedoch verzettelt in mehreren Wellen auf, ist die Wirkung eher bescheiden.“

Duo-Mais ermöglicht Wirkstoffgruppenwechsel

Eine Lösung des Gräserproblems in einem Mais-Leguminosen-Gemenge kann der Anbau von sogenannten Duo-Mais Sorten sein. Diese Maissorten sind gegenüber dem Herbizid Focus Ultra verträglich. Das Gräserherbizid enthält den Wirkstoff Cycloxydim aus der Gruppe der ACCase-Hemmer.

Focus Ultra ist seit Dezember 2001 in cycloxydim-resistenten, sogenannten Duo-Maissorten zugelassen. In Getreide-/Mais-Fruchtfolgen kann Cycloxydim mit seiner guten Wirkung helfen, ALS-resistenten Ackerfuchsschwanz zu bekämpfen.

Ein Wechsel beider Wirkstoffgruppen (ALS-Hemmer im Getreide und ACCase-Hemmer im Mais) kann die längerfristige Wirksamkeit beider Gruppen absichern.

Die Cycloxydim-Resistenz ist eine zufällig entdeckte, in einer einzelnen Maispflanze spontan aufgetretene Eigenschaft. Sie wird mit herkömmlichen Zuchtmethoden in neue Maissorten eingekreuzt.

Nur wenige Duo-Mais-Sorten am Markt erhältlich

Der Züchtungsaufwand zur Einkreuzung der Resistenz in Maissorten ist sehr hoch. Aus diesem Grund sind bislang nur wenige Duo-Maissorten auf dem Markt. Derzeit ist die Saatgutfirma RAGT mit einigen Sorten in diesem Segment vertreten. Aktuell sind dies die Sorten:

  • RGT Spninxx Duo S220 / K230
  • RGT Geoxx Duo S240 / K240
  • RGT Futurixx Duo S280 / K290

Minderertrag gegen Ertragsverluste aufgrund von Resistenz abwägen

Im Anbau ist mit einer geringeren Ertragsleistung zu rechnen, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen kam in eigenen Versuchen auf rund 10 Prozent weniger Ertrag als die aktuell besten Sorten.

Bei einer Anbauentscheidung ist dieser Ertragsverlust einem möglichen Ausfall durch nicht bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz gegenüberzustellen.

Mit Material von DLR Eifel
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