Login
Mais

ETH-Forscher: Bt-Mais schadet Marienkäferlarven

von , am
01.03.2012

Zürich - Das in gentechnisch verändertem Mais verwendete Bt-Toxin tötet nicht nur Maisschädlinge, sondern schadet auch Nützlingen.

Die ETH-Forscher werfen der Agroscope-Gegenstudie mangelhafte Methoden vor. © creature/pixelio.de
Zu diesem Schluss kommt eine Studie, mit der sich Forscher der ETH Zürich gegen die Kritik von Saatgutherstellern und Forscherkollegen verteidigen. Die Forschungsgruppe um Angelika Hilbeck von der ETH Zürich hatte bereits in einer früheren Studie festgestellt, dass das Bt-Toxin die Sterblichkeit von Marienkäferlarven erhöht. Der von dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) produzierte Giftstoff wird in gentechnisch verändertem Mais benutzt, um Schädlinge wie den Maiszünsler abzutöten.
 
Marienkäfer gelten als Nützlinge in der Landwirtschaft. Sie fressen zum Beispiel Blattläuse und sollten durch Gentech-Mais möglichst nicht geschädigt werden. Hilbecks Studie hatte - zusammen mit etwa 30 anderen Untersuchungen - dazu geführt, dass Deutschland im Jahr 2009 ein Anbauverbot für einen Bt-Mais des Saatgutherstellers Monsanto erließ.

Studie und Gegenstudie

Die Zürcher Studie war allerdings auf Kritik gestoßen. Ein Team der Forschungsanstalt Agroscope kam in einer Folgestudie zum Ergebnis, dass das Bt-Toxin für Marienkäferlarven harmlos ist. Daraufhin haben Hilbeck und ihr Team die eigene Studie und die Untersuchung von Agroscope wiederholt und die schädliche Wirkung des Giftstoffs für Marienkäferlarven erneut nachgewiesen. Die Untersuchungen der Agroscope-Forscher weisen methodische Mängel auf, schreiben Hilbeck und ihre Kollegen im Fachmagazin "Environmental Sciences Europe".

Kritik an Agroscope

Mit den Methoden der Agroscope-Forscher sei es sehr unwahrscheinlich, dass negative Auswirkungen des Bt-Toxins nachgewiesen werden könnten, heißt es in einer Mitteilung des European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility. Die ETH-Forscher hätten damit nicht einmal die Raupen des Maiszünslers geschädigt, dem eigentlichen Ziel des Bt-Toxins.

Video "Bayer: Neue Produktionsverfahren werden gebraucht"

Auch interessant