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Mais

EU-Länder uneins bei GV-Mais-Zulassung

© Andrey Kiselev/Fotolia
von , am
12.06.2013

Brüssel - Bei der Abstimmung der EU-Länder zur Einfuhr des gentechnisch veränderten (GV) Mais SmartStax kam keine qualifizierte Mehrheit zustande. Eine weitere Abstimmungsrunde steht an.

Mais marschierte und nahm die Weizennotierungen im Schlepptau mit. © landpixel
Die EU-Kommission will die umstrittene genmanipulierte Mais-Sorte SmartStax der Firma Monsanto und Dow Agro Science für den Import in die EU zulassen. Im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit bekam der GV-Mais jedoch nicht die notwendige qualifizierte Mehrheit für die Einfuhr in die EU. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich bei der Abstimmung ihrer Stimme enthalten. In den kommenden Monaten müssen die EU-Mitgliedstaaten deshalb im Berufungsausschuss erneut abstimmen.
 
Wenn sich auch dann keine deutliche Mehrheit bildet, könnte die EU-Kommission am Schluss ohne Zustimmung der Mitgliedstaaten die Entscheidung treffen.
 

Zweifel an EFSA-Bewertung

SmartStax ist eine Kreuzung von mehreren bisher in der EU schon genehmigten GV-Maissorten von Monsanto und Dow Agro Science. Der GV-Mais ist gegen zwei Herbizide resistent und bildet sechs verschiedene Insektengifte des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) aus. Nach der Zulassung wären Futtermittelimporte aus den USA mit einem geringerem Risiko verbunden, da SmartStax dort schon großflächig angebaut wird. Gentechnikgegner bemängeln, dass die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) Wechselwirkungen von verschiedenen gentechnischen Ereignissen unzureichend untersucht hat. Außerdem sei die Kombination von verschiedenen GV-Ereignissen nur schwer mit den üblichen Analyseverfahren nachzuweisen.

Kritik an Aigners Enthaltung

Die Grünen sowie die Linke kritisieren Aigner Enthaltung entschieden. “Mit ihrer Enthaltung bei der Abstimmung die Gentech-Pflanze SmartStax hat die Ministerin erneut eine Chance verpasst, sich unmissverständlich gegen den Import dieser Risiko-Pflanzen auszusprechen und ihre Zulassung in der EU zu verhindern“, so Grünenpolitikerin Renate Künast. Mit dem jetzigen Abstimmungs-Patt werde die Entscheidung zunächst in den EU-Berufungsausschuss verschoben. Komme auch hier keine ablehnende Positionierung zustande, liegt die Entscheidung bei der traditionell gentechnikfreundlichen Kommission, heißt es von Grünen-Seite. Die Bundesregierung müsse schleunigst bei den EU-Partnern auf eine starke Allianz gegen "SmartStax" drängen, um Deutschlands Teller, Futtertröge und Äcker von diesen riskanten Gentech-Konstrukten sauber zu halten.
 
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