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Mais

EU-Maisernte so groß wie noch nie?

© CorneliaKalkhoff-fotolia
von , am
31.07.2013

Während die deutsche Maisprognose deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt, soll die europäische Maisernte laut Schätzungen alle bisherigen Rekorde brechen.

In Bayern und Baden-Württemberg muss der Silomais schon geerntet werden. © Mühlhausen/landpixel
Die neue europäische Maisernte könnte alle bisherigen Rekorde brechen. Davon geht jedenfalls die EU-Kommission in ihrer Ende Juli aktualisierten Prognose aus und setzte die erwartete europäische Erntemenge für die EU (28) von 69,7 Millionen Tonnen (Mio. t) um gut 1 Mio. t auf 70,9 Mio. t nach oben. Die schwache Ernte des vorigen Jahres von 58,1 Mio. t würde damit um gut 20 Prozent oder rund 12,8 Mio. t übertroffen und auch die bisherige Rekordernte von 2011 wäre 1,5 Mio. t kleiner. Die Analysten von Strategie Grains schätzten die europäische Maisernte im Juli allerdings nur auf 65,9 Mio. t und damit deutlich kleiner als die Kommission.

Riesenernte in Rumänien

Überraschenderweise hat die Kommission die erwartete Erntemenge für eine ganze Reihe von Ländern im Juli sogar nach unten gesetzt oder unverändert gelassen. Den Ausschlag für den weiteren Produktionssprung gaben die nochmals kräftig nach oben gesetzten Maisernten in Rumänien und Bulgarien. Dazu kommen etwas größere Ernteschätzungen für Spanien und Kroatien. Unter anderem rechnet die Kommission im Juli für Rumänien mit einer Maisernte von 11,1 Mio. t nach 10,3 Mio. t vor vier Wochen. Im letzten Jahr hatten die Rumänen nach Trockenheit und Sommerhitze lediglich 5,4 Mio. t Mais geerntet.
 

Nach oben für Bulgarien und Spanien

Um 0,4 Mio. t auf 2,6 Mio. t nach oben setzten die Kommissionsexperten zudem die Ernteschätzung für Bulgarien (Vj. 1,6 Mio. t). Für Ungarn wurde die Ernteprognose im Juli hingegen von 9,0 auf 8,7 Mio. t nach unten gesetzt. Im letzten Jahr hatten die ungarischen Landwirte nur 4,6 Mio. t Mais von ihren Feldern geholt. Dagegen setzte man die Erwartungen für das Neumitglied Kroatien von 1,9 Mio. t auf 2,1 Mio. t nach oben (Vj. 1,7 Mio. t). Die spanischen ernte erwartet die Kommission bei 4,4 Mio. t. Im Vergleich zum Vormonat und auch zum Vorjahr ein Plus von 0,2 Mio. t.
 

Keine Änderungen für Frankreich und Deutschland

Die französische Maisernte schätzte die Kommission auf 16,4 Mio. t und eben so groß wie im Vormonat. Im vorigen Jahr hatten die französischen Landwirte nur 15,5 Mio. t Mais geerntet. Für Deutschland wurde die erwartete Erntemenge mit 4,7 Mio. t unverändert gelassen. Damit wird die sehr gute deutsche Vorjahresproduktion von 5,5 Mio. t deutlich verfehlt. Um rund 0,4 Mio. t auf 3,2 Mio. t nach unten ging es im Juli mit der polnische Ernte (Vj. 4,0 Mio. t) und für Österreich liegt die aktuelle Prognose mit 2,5 Mio. t unverändert zum Vormonat.

Bestände auf Rekordniveau

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Als Folge des Produktionszuwachses schrumpft der für 2013/14 erwartete Maisimport von knapp 11 Mio. t auf dann 5,9 Mio. t. Den Gesamtverbrauch in der EU 28 schätzt die Kommission in der laufenden Saison 2013/14 auf 69,5 Mio. t und damit sogar etwas kleiner als im zurückliegenden Jahr (70,2 Mio. t). Außerdem würde die aktuelle Produktion den erwarteten Verbrauch leicht übertreffen. Die Bestände wachsen sehr kräftig um 4,8 Mio. t auf 18,2 Mio. t. Das wäre der größte jemals in der EU vorhandene Maisbestand.
 
 
 

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