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Mais

Europa: Katastrophale Maisernte erwartet

von , am
14.09.2012

Das Analystenhaus Strategie Grains hat die europäische Maisernte nochmals drastisch nach unten korrigiert. Demnach würde die Ernte um zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen.

Laut Umweltbundesamt sollte Energie nicht aus eigens dafür angebauter Biomasse gewonnen werden. © Mühlhausen/landpixel
In Europa wird die diesjährige Maisernte noch schlechter ausfallen als es die letzten schon recht pessimistischen Prognosen erwarten ließen. Ende der Woche hat das europäische Analystenhaus Strategie Grains seine Prognose für die europäische Maisernte nochmals drastisch auf 53,7 Millionen Tonnen (Mio. t) reduziert. Gegenüber dem letzten Jahr (67,3 Mio. t) würde die EU-Maisernte damit sogar um 14 Mio. t oder gut 20 Prozent (%) schrumpfen.

Zweite deutliche Korrektur

Im Vergleich zum August korrigierte Strategie Grains die Erntemenge um weitere 4,3 Mio. t nach unten. Vor vier Wochen hatten die Analysten ihre Prognose bereits um 7,1 Mio. t auf 58,1 Mio. t nach unten geschraubt. Die meisten internationalen Analysten waren dieser Einschätzung im Monatsverlauf gefolgt. Vor diesem Hintergrund ist auch diesmal mit weiteren Korrekturen der noch deutliche über der Strategie-Grains-Prognose liegenden Einschätzungen von USDA und IGC sowie anderen Analystenhäusern zu rechnen.

Hitze und Trockenheit in Südosteuropa und Italien

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Grund für die erneute Korrektur ist die katastrophale Trockenheit und Hitze in Südost- und Teilen Südeuropas. Dort liegen die Maisernten zwischen 30 und 50 % unter den Werten des Vorjahres und die sonst üblichen Exporte aus dieser Überschussregion nach Nord- und Mitteleuropa sind wohl kaum möglich. Vielmehr wird man Probleme haben sich selbst zu versorgen. Dies gilt neben den südosteuropäischen EU-Ländern ganz besonders auch für Serbien.
 
Strategie Grains reduzierte diesmal die Maisernte in Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Griechenland zusammen um weitere drei Millionen Tonnen. Die übrigen Korrekturen verteilen sich auf Italien, Österreich und Tschechien.
 

Deckungslücke wird immer größer

Das USDA hatte kurz zuvor die Maisernte in der EU auf 57,1 Mio. t geschätzt und damit seine vorige Prognose um 4,4 Mio. t nach unten gesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die neue Ernte um 8,3 Mio. t kleiner. Aber offenbar sind die Erwartungen insbesondere für Rumänien, Ungarn und Italien immer noch zu hoch. Insgesamt benötigt die EU nach den Berechnungen des USDA dieses Jahr rund 61,6 Mio. t Mais.
 
Im Vergleich zum Vorjahr ist dies bereits eine Reduzierung des europäischen Verbrauchs um knapp sechs Millionen Tonnen oder neun Prozent. Den Import schätzt das USDA wegen des sehr knappen und teuren Angebots am Weltmarkt dennoch nur auf drei Millionen Tonnen. Das dürfte jedoch kaum reichen, um die immer größer werdende Lücke zu stopfen. Insbesondere aus der Ukraine könnten die Importe deshalb größer ausfallen als bislang gedacht.
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