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Pflanzenbau-Ratgeber

Extreme Auflaufbedingungen beim Mais: Darauf gilt es jetzt zu achten

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
06.05.2016

Die Kälte der letzten Wochen fiel mit der Maisausaat zusammen. Was in den nun auflaufenden Beständen ansteht, lesen Sie hier.

In Nordrhein-Westfalen dürften nach Angaben der Landwirtschaftskammer (LWK) schätzungsweise rund 70 Prozent der Maisfläche bis zur letzten Aprilwoche bestellt worden sein. Bestanden bis zu Beginn der Vorwoche noch optimale Keimbedingung mit Bodentemperaturen, die über 10 Grad C lagen, wurden Keimung und Feldaufgang durch die niedrigen Temperaturen in der letzten Aprildekade abrupt unterbrochen.

Frühe Saaten liegen nach Angaben der LWK NRW mittlerweile seit drei Wochen und länger im Boden. Um Mitte April gesäter Mais zeige eine zirka 2 bis 3 cm lange Keimwurzel, die Keimlinge sind etwa 1 cm lang. Fortschritte waren in der letzten Woche nicht mehr zu beobachten.

Direkte Frostschäden seien zwar nicht zu erwarten, der schleppende Feldaufgang stelle aber hohe Anforderungen an die Triebkraft des Saatguts. Große Schwankungen der Bodentemperaturen und eine Unterbrechung des Keimprozesses haben schnell Keimlingsausfälle und schlechte Feldaufgänge zur Folge. Auf schluffigen Standorten könne der Feldaufgang zusätzlich durch Verschlämmungen behindert werden.

Bestände sollten jetzt auflaufen

Mit der einsetzenden Erwärmung sollten die Bestände jetzt auflaufen. Zu gegebener Zeit sind die Feldaufgänge kritisch zu überprüfen. Laut LWK NRW können einzelne Pflanzenausfälle später im Maisbestand über den Einzelpflanzenertrag sortenspezifisch im gewissen Rahmen kompensiert werden. Kritisch wird es, wenn sich weniger als 5 - 6 Pflanzen/m² (gleichmäßig verteilt) etablieren können.

Nach den Niederschlägen in der vergangenen Woche waren die Böden der noch zu bestellenden Flächen zwischenzeitlich vielfach wieder wassergesättigt. Vor der Wideraufnahme der Bestellarbeiten sollte eine ausreichende Abtrocknung abgewartet werden.

Bei schweren Böden auf Schneckenbefall achten

Insbesondere auf Standorten mit schweren Böden, wo der Mais in ein klutenreiches Saatbett gesät wurde, sollte auf Schneckenbefall geachtet werden. Dort wo der Mais schon lange im Boden liegt und nicht recht vorrankommt sollte mit der Unkrautbekämpfung abgewartet werden bis er spitzt und die Bestandesdichte beurteilt werden kann.

Bei den späteren Saaten ist mit nun ansteigenden Temperaturen ein gleichmäßiger Auflauf zu erwarten. Sind die Bedingungen günstig, sprich ist das Saatbeet abgesetzt und feucht, kann hier wie gehabt die erste von zwei Behandlungen im Vorauflauf gefahren werden.

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