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Extreme Trockenheit

Folgen der Dürre: Maisernte beginnt ab Ende Juli

AF-Mais-Trocken_kleine Kolben
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Karl Bockholt, agrarheute
am
26.07.2018

Bei der extremen Hitze und dem fehlenden Regen überlegt so mancher Maisanbauer, mit der Ernte zu starten, um noch zu retten, was zu retten ist. Zum Teil besteht aber noch die Hoffnung, dass sich die Bestände erholen, wenn Niederschläge fallen.

Die Maisfelder landauf und landab zeigen ein sehr heterogenes Bild. Im südlichen Oberbayern oder Schwaben wird mit sehr guten Erträgen gerechnet. Am Niederrhein oder im Münsterland dagegen ist die Lage wegen der anhaltenden Trockenheit inzwischen katastrophal. Dort zeichnet sich ein extrem früher Erntebeginn ab.

Mais komplett ohne Kolben

Bei Regen kann zwar noch einiges ergrünen. „Aber wir werden sicherlich zigtausende Hektar kolbenlosen Mais haben“, meint Norbert Erhard von der Landwirtschaftskammer NRW. Der Mais ist derzeit vielerorts in einer ganz entscheidenden Entwicklungsphase, so das Deutsche Maiskomitee (DMK). Die Blüte ist da, nun müssen sich die Kolben ausbilden. Dort, wo Wasser fehlt und Nährstoffe nicht oder nur bedingt in die Pflanze transportiert werden, ist es fraglich, ob sich die Kolben entsprechend entwickeln. 

Vielerorts hat der Mais längst in den „Energiesparmodus“ umgeschaltet. Die Blätter rollen sich zusammen, um die Angriffsfläche für die Sonne und damit die Verdunstung zu verringern. Etliche Bestände werden bereits braun. Um zu retten, was noch zu retten ist, rückt die frühzeitige Maisernte bei den irreversibel geschädigten Beständen in den Fokus.

Vielerorts droht verheerender Futtermangel

Die Landwirte haben massive Sorgen um ihr Futter. Schließlich konnte auch bei der Grassilage in vielen Regionen bisher nur ein einziger guter Schnitt geerntet werden. Auch Körnermais dürfte deshalb vielfach gehäckselt und einsiliert werden. 

Der Schritt, Silomais so früh zu ernten, will aber wohl überlegt sein. Schließlich gibt es angesichts der Trockenheit wenig Alternativen, darüber hinaus noch Futter zu generieren. Dazu erklärt Dr. Hubert Heilmann von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow: „Ich würde den Mais stehen lassen."

Auf der anderen Seite gedeihen in anderen Regionen Deutschlands hervorragende Maisbestände heran. „Dort, wo genügend Wasser war und kein Hagel, wächst der Mais phantastisch“, sagt Dr. Joachim Eder von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising. Auch Dr. Elke Grimme berichtet aus Schleswig-Holstein trotz aller Probleme von teilweise „tollen Beständen“. Sie haben zum Teil schon drei Meter Höhe erreicht.

Hoffen auf Regen

agrarheute meint: Derzeit ist noch nicht wirklich abschätzbar, ob überhaupt und wie viel Kolben der Mais tatsächlich noch ausbildet. Noch ist der Mais nicht überall komplett verloren. Die Hoffnung auf rechtzeitigen Regen stirbt zuletzt.

Mit Material von DMK

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