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Mais

Frankreich: Landwirte wollen MON810 säen

von , am
20.02.2014

Vor allem im Südwesten des Landes wollen französische Landwirte dieses Jahr den gv-Mais MON810 säen. Sie wollen sich damit gegen den Befall mit Maiszünslern wappnen.

Nach gültiger EU-Richtlinie im Maisanbau in Ökobetrieben darf jetzt nur noch ökologisch produziertes Saatgut ausgesät werden. © landpixel
Einige französische Landwirte - insbesondere im Südwesten - wollen im Frühjahr nach jahrelangem Verbot den gentechnisch veränderten (GV)-Mais MON810 des US-Agrarkonzerns Monsanto wieder anbauen.
 
Sie hoffen, mithilfe der Gentechnik gegen den Maiszünsler, der in der Region bis zu 450.000 Hektar Anbaufläche bedroht, gewappnet zu sein. Das Oberste Verwaltungsgericht hatte im vergangenen August ein Anbauverbot für MON810 mit der Begründung gekippt, es verstoße gegen EU-Recht. Die Regierung kündigte damals umgehend an, ein neues, juristisch wasserdichtes Verbot zu erlassen.

Regierung will erneutes Anbauverbot erlassen

Allerdings drängt nun die Zeit: Die Bauern könnten heuer bereits Mitte März - und damit früher als üblich - mit der Maisaussaat beginnen, berichtet Dow Jones News. Im Plenum des französischen Senats sollte ab Montag ein Gesetzesentwurf für ein Anbauverbot von MON810 beraten werden, dessen Beschluss im Schnellverfahren erfolgen soll. Trotzdem würde dieses erst im April in die Nationalversammlung gehen können - und damit nach dem möglichen Beginn der Aussaat.
 
Das Landwirtschafts- und das Umweltministerium veröffentlichten daher zu Wochenbeginn eine Verordnung mit einem neuen Anbauverbot. Doch auch diese kann frühestens um den 9. oder 10. März in Kraft treten - und könnte dann erneut vor dem Obersten Verwaltungsgericht angefochten werden.

Monsanto will französischen Landwirten kein MON810-Saatgut verkaufen

Monsanto hat zwar erklärt, französischen Landwirten kein MON810-Saatgut verkaufen zu wollen. Wie der Chef des Maisbauernverbandes AGPM, Luc Esprit, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aber deutlich machte, könnten sich die Bauern das umstrittene Saatgut im Ausland besorgen - etwa in Spanien, wo der Anbau erlaubt ist.
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