Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Unkrautbekämpfung

Gemenge mit Mais: Vorsicht bei der Herbizidwahl

Gemenge aus Mais und Bohnen
am Dienstag, 20.04.2021 - 08:32 (Jetzt kommentieren)

Gemenge aus Mais und Leguminosen sind im Trend. Aber es drohen einige Fallstricke bei der Unkrautbekämpfung. Was ist erlaubt?

Der Anbau von Mais-Leguminosen-Gemengen wird immer beliebter. Er ermöglicht oft einen höheren Anteil von Mais in der Fruchtfolge und gleichzeitig eine Teilnahme an Extensivierungsprogrammen. Zudem bieten sie eine höhere Ertragssicherheit.

Aber es ist rechtzeitig an die Unkrautbekämpfung zu denken. Entscheidend ist die Zulassung, sagen die Pflanzenbauexperten des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) in der Eifel: „In Gemengen müssen die eingesetzten Pflanzenschutzmittel in allen der Mischung enthaltenden Kultruen zugelassen sein.“

Diese Herbizide sind in Gemengen aus Mais und Leguminosen zugelassen

Folgende Mittel dürfen Sie im Mixanbau verwenden:

  • Mais und Stangenbohnen: Stomp Aqua und Spectrum,
  • Mais und Ackerbohnen oder Erbsen: Spectrum Plus und Stomp Aqua,
  • Mais und Lupinen: Gardo Gold, Spectrum Plus und Stomp Aqua,
  • Mais und Feuer- oder Käferbohnen: nur Stomp Aqua.

Duo-Mais-Sorten für Problemfälle mit Gräsern

Treten auf dem Standort Gräserprobleme wie beispielsweise Hühnerhirse auf, bietet sich der Einsatz von Duo-Maissorten an.

Dieser Mais verträgt den Einsatz von Focus Ultra (Wirkstoff Cycloxydim). Das Herbizid ist sowohl in den Duo-Maissorten als auch in Feuerbohnen, Käferbohnen, Stangenbohnen, Buschbohne, Ackerbohne, Erbse zugelassen. Nicht zugelassen ist das Herbizid aber in Lupinen!

Bei Pendimethalin unbedingt die Auflagen einhalten

Achtung: Denken Sie beim Einsatz von Herbiziden mit Pendimethalin (zum Beispiel Stomp Aqua und Spectrum Plus) unbedingt an die Anwendungsbestimmungen:

  • mindestens 300 l/ha Wasser,
  • maximal 3 m/s Windgeschwindigkeit beim Spritzen,
  • maximal 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit,
  • 90 % Abdriftminderung auf der gesamten Fläche.

Herbizide für Mais-Leguminosen-Gemenge nur im Vorauflauf

Alle genannten Herbizide sind im Vorauflauf einzusetzen. Auch die Witterung muss passen, raten die Eifler Berater: „In den 12 bis 14 Tagen nach dem Einsatz sollte es mindestens 15 bis 20 mm Niederschlag geben, damit die Herbizide ihre volle Wirkung entfalten können.“ Das sollten Sie schon bei der Wahl des Aussaattermin unbedingt berücksichtigen.

Neben dem Niederschlag nach der Anwendung stellen Bodenherbiziden besondere Anforderungen an die Saatbettbereitung. Der Boden muss feinkrümelig und abgesetzt sein.

Mit Material von DLR Eifel

Vielfalt im Erbsenanbau: Thomas Wolf setzt auf Gemenge und Winterform

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Oktober 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin_1634329801.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...