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Mais

Gen-Mais: Umweltinstitut beschuldigt KWS

von , am
03.04.2012

Bonn - Das Umweltinstitut München wirft der KWS Saat AG vor, mit genmanipuliertem Maissaatgut auf den polnischen Markt zu drängen, obwohl Verkauf und Anbau verboten seien. KWS wiederspricht den Vorwürfen.

© Mühlhausen/landpixel
Wie das Informationsportal www.bio-markt.info unter Berufung auf das Umweltinstitut München berichtet, würden seit vier Jahren etwa 3.000 Hektar Gen-Mais illegal in Polen angebaut. Da Verkauf und Anbau des Saatgutes verboten seien, fordert das Umweltinstitut KWS auf, "den Verkauf von genmanipuliertem Saatgut in Polen sofort zu stoppen".

Das Saatgut-Unternehmen KWS wiederspricht den Thesen des Münchner Umweltinsituts vehement: Der Bericht "entspricht nicht den Tatsachen. Selbstverständlich hält sich KWS an alle jeweils gesetzlich geltenden Bestimmungen", schreibt das Unternehmen.

Verkauft verboten, Anbau erlaubt

Der Aussage, dass in Polen sowohl der Verkauf von gentechnisch verändertem Saatgut als auch dessen Anbau verboten sei, wiederspricht nicht nur KWS, sondern auch Dorota Metera von der polnischen Kontrollstelle Bioekspert: In Polen sei zwar der Verkauf des Saatgutes nicht erlaubt, dessen Anbau jedoch schon. Allerdings werde derzeit politisch stark über ein mögliches Anbauverbot diskutiert.

Landwirte bestellen Saatgut aus dem Ausland
 
"Da der Handel mit gentechnisch verändertem Mais in Polen untersagt ist, haben einzelne polnische Landwirte in den vergangenen Jahren im Rahmen des freien EU-Warenverkehr entsprechendes Saatgut importiert - aus Ländern, in denen die Kommerzialisierung von gentechnisch verändertem Saatgut erlaubt ist, wie beispielsweise Spanien oder der Tschechischen Republik", so die KWS Saat AG.

Keine offizielle Anbaustatistik

Die Größenordnung von 3.000 Hektar Genmais kann KWS weder bestätigen noch dementieren. Über die Gesamtanbaufläche von gentechnisch verändertem Mais in Polen gebe es keine offizielle Statistik.
 
Für oben beschriebene Importe kann das Unternehmen Zahlen vorlegen: "Das auf diesem Wege in Polen eingesetzte Saatgut der KWS kam in den vergangenen drei Jahren auf Anbauflächen in der Größenordnung von 90 bis 180 Hektar zum Anbau."
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