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Mais

Gezieltes Wirkstoffmanagement verhindert Resistenzbildung

von , am
19.07.2013

Münster - Um Resistenzen von Unkräutern in Mais zu verhindern ist ein gezieltes Wirkstoffmanagement in Verbindung mit pflanzenbaulichen Maßnahmen unumgänglich.

Das USDA schätzte die Anbaufläche für Mais nach unten, sodass der Preis nach oben schoss. © Andrea H./Aboutpixel.de
Die chemische Bekämpfung der Begleitflora im Maisanbau beruht auf nur sehr wenigen Wirkmechanismen und Wirkstoffen. Dies birgt die Gefahr, dass sich bei den Unkräutern und Ungräsern Resistenzen herausbilden – umso mehr, je eingeschränkter die Auswahl ist. Grundsätzlich neue Wirkstoffklassen sind vor dem Hintergrund der sehr hohen Anforderungen bei der Wirkstoffzulassung in Europa für die nahe Zukunft eher nicht zu erwarten.
 
Die Konsequenzen aus dieser Situation wurden im Rahmen der diesjährigen Pflanzenschutztagung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK), welche gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster durchgeführt wurde, von rund 75 Experten aus Industrie, Beratung Wissenschaft und Praxis diskutiert. In Brandenburg wurden, wie Gerhard Schröder vom Pflanzenschutzdienst in Zossen-Wünsdorf darstellte, gegen Sulfonylharnstoff resistente Hühnerhirse und auch Zurückgebogener Amarant nachgewiesen. Allerdings zeigte sich deutlich, dass die Resistenzen aufgrund eines über mehrere Jahre fehlenden Wirkstoffgruppenwechsels bei der chemischen Unkrautbekämpfung herausselektiert wurden. Auch gegen Sulfonylharnstoffe resistente Ackerfuchsschwanz- und Kamillebiotypen sind bekannt. Dr. Martin Schulte von der Syngenta Agro GmbH in Maintal war sich mit seinem Vorredner einig, dass ein gezieltes Wirkstoffmanagement, also der Einsatz von Wirkstoffmischungen und ein Wechsel der Wirkstoffgruppe in Verbindung mit pflanzenbaulichen Maßnahmen unumgänglich ist, um Herbizidresistenzen bestmöglich zu vermeiden.
 
Regional angepasste Fruchtfolgen
 
Im Rahmen der Bemühungen um einen erosions- und bodenschonenden Maisanbau zeigte Klaus Gehring von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising auf, dass die Umstellung auf eine pfluglose Bodenbearbeitung mit Mulch – beziehungsweise Direktsaatverfahren auch erhebliche Konsequenzen für die chemische Unkrautbekämpfung haben werde. Wenn der Unkrautsamenbesatz im Boden nicht mehr durch Unterpflügen reduziert werde, müssten verschiedene anbau- und pflanzenschutztechnische Zusammenhänge deutlicher berücksichtigt werden.
 
Im Einzelnen wurden der Glyphosat-Einsatz im Vorsaatverfahren, der bevorzugte Einsatz von blattaktiven Herbiziden, gegebenenfalls auch als Spritzfolge, ein konsequentes Wirkstoff- und Wirkungsmechanismusmanagement, regional angepasste Fruchtfolgen und auch die mechanische Unkrautkontrolle zur Ergänzung aufgeführt.
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