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Mais

Wie groß ist die US-Maisernte?

von , am
09.10.2012

Berlin - Der neue USDA-Bericht erscheint am Donnerstag. Diesmal könnte es richtig spannend werden, denn die Prognosen der Analysten zur US-Maisernte sind kontrovers.

© goccedicolore/fotolia.com
Selten waren die Einschätzungen der verschiedenen Analysten zur US-Maisernte so kontrovers wie in diesem Jahr. Vor der am kommenden Donnerstag veröffentlichten neuen USDA-Prognose klafft zwischen den Ertrags- und Produktionsschätzungen der privaten Analystenhäuser eine ungewöhnlich große Spanne.

Heftige Preissauschläge möglich

Diese Differenz ist offensichtlich Ausdruck der großen Unsicherheit hinsichtlich der am Ende wirklich erzielten Erträge nach der schlimmsten Trockenheit im US-Mittelwesten seit fast 50 Jahren. Je nach dem, wie am Donnerstag sie vom USDA veröffentlichten Produktionsdaten ausfallen, könnte es zu erheblichen Preisausschlägen kommen.

Große regionale Differenzen

Ursache für die weite Spanne der Produktionsdaten sind die in Folge der Dürre bestehenden sehr großen regionalen Ertragsdifferenzen. Die im Vorfeld der USDA-Prognose von den wichtigsten Analysten gemachten Schätzungen zur US-Maisernte liegen zwischen  252 Millionen Tonnen (Mio. t) - und 284 Mio. t. Im Mittel aller Prognosen ergibt sich eine Maisproduktion von 269 Mio. t.

Bislang kein Konsens

Die Differenz zwischen dem größten und kleinsten Wert (32 Mio. t) übertrifft die erwartete neue argentinische Maisernte (28 Mio. t) und verdeutlicht die große Unsicherheit hinsichtlich der Produktionssituation.
 
Das USDA hatte in seiner letzten Prognose vom September eine Produktion von 272 Mio. t geschätzt. Ein wirklicher Konsens über die zu erwartende Produktion beim weltweit größten Produzenten und Exporteure besteht also derzeit nicht. Anfang Oktober waren jedoch bereits 54 Prozent der US-Maisernte eingebracht.

Deutliche Korrektur möglich

Offensichtlich bestehen sowohl bei den durchschnittlich erzielten Erträgen als auch bei den am Ende wirklich abgeernteten Flächen erhebliche Meinungsunterschiede zwischen den Analysten. So liegen die Ertragsschätzungen für Mais zwischen 7,53 und  7,97 Tonnen pro Hektar (t/ha). Im Mittel aller Prognosen wären dies 7,70t/ha).
 
Das USDA hatte im September mit 7,71 t/ha gerechnet und im letzten Jahr lagen die Durchschnittserträge bei 9,24 t/ha. Damit wäre am Donnerstag sowohl eine deutliche Korrektur nach unten als auch nach oben möglich.

Differenzen auch bei der Erntefläche

Kaum weniger groß ist die Differenz der von den Analysten unterstellten Erntefläche. Dies hat unter anderem mit der Unsicherheit über die bereits vor der Ernte umgebrochenen, abgeweideten oder zu Silomais verarbeiteten Maisbestände zu tun.
 
Während das USDA im September von einer Erntefläche von 35,25 Mio. ha ausging, liegen die aktuellen Analystenschätzungen zwischen 33,6 bis 35,41 Mio. ha. Im Schnitt kommt man auf 34,8 Mio. ha.

Preise könnten wieder steigen

Seit Mitte August haben die Maispreise an den internationalen Terminmärkten nachgeben. Im Vergleich ist das Preisniveau jedoch noch immer sehr hoch. Verschiedene Analysten (wie etwa Goldman Sachs) halten im weiteren Jahresverlauf sogar einen Anstieg auf neue Rekordpreise für möglich. An den Terminmärkten halten sich Preise bis zur nächsten Ernte auf Nordhalbkugel 2013 auf dem derzeitigen Niveau und auch die neue südamerikanische Ernte im Frühjahr 2013 führt nicht zu einem Preisrückgang.
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