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Gülle aus Holland: Importe besser kontrollieren

Transport-Gülle-Drücker
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Karl Bockholt, agrarheute
am
22.05.2018

Dem „Missbrauch bei der Entsorgung importierter Gülle auf den heimischen Feldern“ will die CDU im rheinischen Kreis Viersen den Kampf ansagen. Sie erhofft sich Hilfe aus dem NRW-Landwirtschaftsministerium.

Das Problem bestehe darin, dass die Importe aus den Niederlanden nicht genau kontrolliert werden könnten. Für die Gülletransporte gibt es in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Niedersachsen eine Meldepflicht. In den benachbarten Niederlanden überwachen die Behörden sie per GPS.

Zu viel "Schwund"?

Dabei muss der Spediteur oder der Betrieb lediglich digital den Punkt angeben, an dem er den Wirtschaftsdünger abgibt. Dabei ist offensichtlich einiges an „Schwund“ im Spiel. Die GPS-Punkte können laut einer Veröffentlichung der Westdeutsche Zeitung (WZ) „digital gesetzt werden, ohne dass dort tatsächlich auch die Gülle abgelassen wird“. Somit wisse man nicht, wo die Gülle tatsächlich landet.

Gülle-Importe als Geschäft

Der Transport von Gülle aus der intensiven Veredelung in möglichst nahegelegene Ackerbaugebiete ist in Nordwestdeutschland gang und gäbe. In der Grenzregion zu den Niederlanden und Belgien gibt es mehrere Betriebe, die Gülle importieren, lagern und weiter vertreiben. Im niederrheinischen Kempen sitzt einer der größten Importeure der ausländischen Wirtschaftsdünger. Seine Kunden stammen vor allem aus dem Rheinland oder dem Bergischen Land.

Nach Angaben der örtlichen CDU gibt es so „geschaffene Systeme, die eine Aufbringung vom Importgülle begünstigen“. Das wollen sich viele Bauern nicht mehr bieten lassen. „Die Landwirte im Kreis Viersen sind nicht bereit, die wenigen schwarzen Schafe in den eigenen Reihen zu decken. Die Kollegen schaden dem Berufsstand der Landwirte und denen, die sich hier an die Regeln halten“, sagt etwa Landwirt Peter Joppen (CDU), Kreistagsmitglied und Vorsitzender im Agrarausschusses.

Mit deutschem Meldesystem verbinden

Die Entsorgung von Gülle gefährde das Trinkwasser. Das zeigten Nitratmessungen in den sogenannten „Roten Gebieten“, in denen die Nitratbelastung hoch ist. Aus Sicht von Kritikern muss das niederländische oder belgische Geschäft mit Gülletransporten sehr viel besser mit dem deutschen Meldesystem verbunden werden. Nur dann sei eine bessere Kontrolle gewährleistet.

Viele Landwirte sehen hier den neuen NRW-Landwirtschaftsminister in der Pflicht. Die Landesregierungen vor allem in NRW und Niedersachsen müssen mit ihren Amtskollegen in den Niederlanden und Belgien eine gemeinsame Lösung finden, um die Güllemengen zu senken.

Mit Material von CDU Kreis Viersen, Westdeutsche Zeitung (WZ)

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