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Mais

GVO-Mais NK603: Wiederzulassung ist möglich

von , am
03.07.2014

Brüssel - Die gentechnisch veränderte Maislinie NK603 von Monsanto hat auf dem Weg zu ihrer Wiederzulassung als Futter- und Lebensmittelimport eine weitere Hürde genommen.

Die Maisernte liegt in diesem Jahr rund 14 Prozent unter der des Vorjahres. © Glaser/fotolia.com
Die EU-Mitgliedstaaten verfehlten im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (SCoFCAH) eine klare Mehrheit für oder gegen die Zulassung. Deutschland enthielt sich zusammen mit Frankreich, Italien und Kroatien. Das bedeutet, dass die Abstimmung in einigen Wochen auf der Ebene des Berufungsausschusses von hochrangigen nationalen Beamten wiederholt wird.
 
Falls das Patt bestehen bleibt, fällt die Entscheidungsgewalt an die Europäische Kommission, die die Zulassung dann voraussichtlich erteilen wird. Der Mais NK603, eine Roundup-Ready-Variante, ist durch die Änderung einer Aminosäure unempfindlich gegen die Behandlung mit dem Breitbandherbizid Glyphosat. Die im Jahr 2005 erfolgte Erstzulassung zum Import läuft in den nächsten Monaten ab, weshalb die erneute Prüfung erforderlich wurde.

Zweifel ausräumen

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte die deutsche Enthaltung. Die Bundesregierung hätte entschieden gegen die Zulassungsverlängerung aktiv werden müssen, monierte der für die landwirtschaftliche Gentechnik zuständige Sprecher der Grünen, Harald Ebner. NK603 dürfe nicht auf dem Markt bleiben, solange nicht jegliche Zweifel an seiner gesundheitlichen Unbedenklichkeit ausgeräumt seien.
 
Die Maislinie stehe im Verdacht, bei Menschen und Tieren das Krebsrisiko zu erhöhen, erklärte Ebner in Anspielung auf die 2012 erschienene Studie "Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant genetically modified maize" eines französischen Wissenschaftlerteams um Prof. Gilles-Eric Séralini. Sowohl die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betrachten die Befunde dieser Studie aufgrund schwerwiegender methodischer Mängel als nicht haltbar.

Erneute Veröffentlichung

Unterdessen wurde die Séralini-Studie im Wissenschaftsjournal "Environmental Sciences Europe" zusammen mit den Rohdaten zu Diskussionszwecken erneut veröffentlicht, nachdem die ursprüngliche Publikation von der Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" im Jahr 2013 zurückgezogen worden war. Deren Herausgeber hielten die Stichprobe der ohnehin tumoranfälligen Ratten nach Überprüfung der Rohdaten für zu klein, um die von Séralini getroffenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Laut Angaben des Internetportals www.keine-gentechnik.de betonten Séralini und seine Universitätskollegen anlässlich der Wiederveröffentlichung, sie hätten nicht zu beweisen versucht, dass transgener Mais Krebs auslöse - auch wenn sie das Auftreten von Tumoren bei mit NK603 gefütterten Ratten beobachtet hätten. Ihnen sei es um langfristige, toxikologische Auswirkungen gegangen. Dabei hätten sie sehr signifikante, chronische Schäden an Leber und Nieren festgestellt.

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