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Mais

IGC: Europäische Maisimporte auf Rekordhoch

von , am
26.10.2012

Noch ist die globale Maisernte offenbar nicht am unteren Ende der Erwartungen angekommen. Der Internationale Getreiderat korrigierte seine Produktionsschätzung um weitere 3 Millionen Tonnen.

In Bayern und Baden-Württemberg muss der Silomais schon geerntet werden. © Mühlhausen/landpixel
Die Produktionsschätzung des Internationalen Getreiderates liegt somit im Oktober bei 830 Millionen Tonnen (Mio. t). Dahinter stehen weitere Produktionsrücknahmen in den USA, in der Europäischen Union und auch in der Ukraine. Zwar geht auch der Verbrauch ebenfalls weiter zurück, jedoch muss zur Versorgung noch stärker auf die Lagerbestände zurückgegriffen werden als zuletzt gedacht.

EU: Bilanzlücke wird immer größer

Deutliche Veränderungen hat der IGC an der Maisbilanz der Europäischen Union vorgenommen. Aufgrund der sehr schwachen Produktionsdaten aus Südosteuropa senkten die IGC-Analysten die Maisernte für die EU jetzt auf 53,2 Mio. t und damit 2 Mio. t unter die letzte Prognose. Wegen der ebenfalls kleineren EU-Weizenernte und wurde der Verbrauch hingegen leicht auf 65 Mio. t nach oben korrigiert. Damit klafft zwischen Produktion und Bedarf eine Lücke von mehr als 10 Mio. t. Diese kann auch nicht durch den Rückgriff auf die deutlich schrumpfenden Bestände gefüllt werden. Vielmehr rechnet der IGC mit einer Zunahmen der EU-Maisimporte auf 10 Mio. t nachdem man im letzten Monat bereits von 8 Mio. t ausgegangen war. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies fast eine Verdoppelung der Einfuhren und die bislang größte Importmenge überhaupt.

US-Exporte preisbedingt rückläufig

Internationaler Maispreisindex (Exportpreise). © Quelle: Olaf Zinke
Die mittlerweile zu Ende gekommene US-Ernte schätzt der IGC jetzt ebenso wie das USDA auf 272 Mio. t und damit 3 Mio. t kleiner als im September und gut 40 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. Die US-Bestände schrumpfen im Vergleich zum letzten Jahr um ein Drittel auf 16 Mio. t und der Export wird sowohl im Vergleich zum Vorjahr als gegenüber der Septemberprognose zurückgesetzt. Mit knapp 30 Mio. t sind die US-Ausfuhren rund 10 Mio. t kleiner als im letzten Jahr und 17 Mio. t kleiner als vor zwei Jahren. Gleichzeitig schrumpft auch der Einsatz in der Tierfütterung um knapp 10 Prozent (%) und auch der Verbrauch der Ethanolindustrie geht um knapp 10 % zurück. Dennoch verbraucht die USA weiterhin mehr Mais für die Produktion von Ethanol (143 Mio. t) als für die Tierfütterung (105 Mio. t).

Gute Aussichten für Südamerika

Die aktuelle Maisernte für die Ukraine wurde wegen der schwachen Erträge um 1 Mio. t auf jetzt 20 Mio. t zurückgenommen. Auch das Exportpotential musste deshalb leicht um 0,4 Mio. t auf jetzt 11,7 Mio. t reduziert werden. Dagegen hat der IGC seine Prognose für die im Frühjahr erwartete neue argentinische Ernte um 1 Mio. t auf 26 Mio. nach oben gesetzt. Dies wäre ein neuer Produktionsrekord und erlaubt rekordhohe Exporte von 18 Mio. t. Auf ein ähnliches Ausfuhrvolumen könnte nach Einschätzung des IGC im nächsten Jahr Brasilien kommen. Hier rechnet man nun mit einer Ernte von 72 Mio. t nach knapp 73 Mio. t im Vormonat. Grund für die leichte Rücknahme sind die witterungsbedingten Verzögerungen bei der Aussaat.

Mais aus USA deutlich teurer als aus Brasilien

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Am Weltmarkt ist Mais aus den USA derzeit deutlich teurer als Ware aus Südamerika und der Ukraine. Fob-Verladehafen beträgt der Preisunterschied derzeit 30 bis 40 US-Dollar je Tonne (USD/t). So können Importeure Mais derzeit in Brasilien und Argentinien um 280 USD/t ordern. Fob US-Golf lagen die Preise am 25. Oktober zwischen 320 und 325 USD/t. Auch für die nächsten Monate erwarten die Terminmärkte anhaltend hohe Preise und erst mit der neuen US-Ernte im nächsten Herbst geht das Preisniveau um rund 30 USD/t nach unten.
 
 
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