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Mais

IGC: Mais wird immer knapper

© H.D.Volz/Fotolia.com
von , am
24.08.2012

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Maisernte nochmals deutlich nach unten geschraubt. Eine weitere Korrektur nach unten ist nicht unwahrscheinlich.

Die Firma Lanworth bezifferte die neue us-amerikanische Maisernte mit 14,647 Mrd. Scheffel. © H.D.Volz/Fotolia.com
Mit einer Erntemenge von 838 Millionen Tonnen (Mio. t) liegt die aktuelle Prognose 26 Mio. t unter der letzten Schätzung und sogar knapp 80 Mio. t (knapp zehn Prozent) niedriger als Anfang Juli.
 
Ursache für die neuerliche Korrektur ist die Trockenheit im Mittelwesten der USA. Die beeinflusst die Maiserträge beim weltweit größten Produzent und Exporteur. Mittlerweile übertrifft die globale Produktionskorrektur der letzten beiden Monate die gesamten EU-Maisernte (61 Mio. t) um 30 %.

Keine Verbesserung der Situation

Trotz der Korrektur könnten die Produktionsdaten sich auch bei der nächsten Aktualisierung weiter nach unten bewegen. Dazu könnten nicht nur eine weitere Rücknahme der zuletzt nur leicht nach unten gesetzten ukrainischen Ernte beitragen sondern auch eine weitere Revision der US-Produktion.
 
Diese Woche hat das Crop-Montierung des USDA jedenfalls (trotz der Regenfälle im Mittelwesten) keine Verbesserung bei der Maisbonitierung gebracht. Das hat die Maispreise in den USA und weltweit weiter nach oben schießen lassen.
Derzeit stimmen jedoch die Prognosen des USDA und des IGC relativ gut überein. Beide Institutionen rechnen mit einer US-Ernte von rund 275 Mio. t. 

Verbrauch nimmt ab

Erstmals seit 1993 nimmt vor dem Hintergrund der sehr stark schrumpfenden Produktion auch der weltweite Verbrauch von Mais ab. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang 17 Mio. t und im Vergleich zur vorigen Prognose hat der IGC den Verbrauch sogar um 25 Mio. t reduziert.
 
Trotz dieser sehr kräftigen Reduzierung übersteigt der Verbrauch die Produktion noch immer um 15 Mio. t. Damit muss zur Bedarfsdeckung auf die ohnehin schmalen Lagerbestände zurückgegriffen werden. Im Vergleich zum Vorjahr fallen diese deshalb um 14 Mio. t auf ein neun-Jahrestief.

Weniger Mais in Europa

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Der Welthandel geht wegen der sehr hohen Preise und des immer knapperen Angebots auf 90 Mio. t zurück. Das wären sieben Millionen Tonnen Mais weniger als bei der letzten Prognose und fünf Millionen Tonnen weniger als im letzten Jahr. Dabei haben nicht nur die Exportmöglichkeiten der USA gelitten.
 
Hinzu kommt, dass auch in der Ukraine sowie in Südosteuropa (Serbien, Rumänien, Ungarn) wegen der dortigen Hitzewelle weniger Mais erzeugt und exportiert wird. Bis zur neuen Ernte in Südamerika wird die Versorgungslage am Weltmarkt also äußerst angespannt und eng sein. In Argentinien und Brasilien wird der Mais für neue Ernte jedoch erst von Oktober bis November gepflanzt und nicht vor Februar/März geerntet.
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