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Mais

IGC: Optimistische Prognose für die globale Maisernte

von , am
04.07.2012

Berlin - Der Internationale Getreiderat setzt sowohl die weltweite Produktionsschätzung als auch die Prognose für den Verbrauch weiter nach oben. Die Hitze in den USA könnte aber noch für Korrekturen sorgen.

© aboutpixel.de
Noch sieht es am globalen Maismarkt nach einer sehr komfortablen Versorgungssituation aus. Der Internationale Getreiderat (IGC) setzte seine Produktionsschätzung im Vergleich zur letzten Prognose ebenso nach oben wie die Verbrauchserwartung. Allerdings könnte die derzeitige extreme Hitze und Trockenheit in den Haupanbaugebieten der USA durchaus noch für kräftige Korrekturen an der Maisernte sorgen. Auch in der Ukraine ist die bislang erwartete Rekordernte noch nicht eingebracht.

US-Ernte nach unten korrigiert

Anfang Juli schätzt der IGC die globale Maisproduktion auf 917 Millionen Tonnen. Das sind sogar fünf Millionen Tonnen mehr als bei der letzten Prognose Ende Mai.
Im Vergleich zur Rekordernte des letzten Jahres ist dies sogar ein Produktionssprung von fast 50 Mio. t oder knapp sechs Prozent. Dabei haben die IGC-Experten die US-Ernte vor dem Hintergrund der anhaltenden Hitze im Mittelwesten sogar um fünf Millionen Tonnen auf 350 Mio. t nach unten gesetzt. Dies wäre allerdings immer noch ein absoluter Produktionsrekord und würde die bisherige US-Rekordernte von 2009 um fünf Prozent oder 17 Mio. t übertreffen.

IGC schätzt US-Ernte kleiner als USDA

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Allerdings hat das IGC die US-Maisernte von Anfang an nicht so hoch angesetzt wie das USDA. Die US-Amerikaner schätzten die US-Ernte Mitte Juni wegen der Rekordanbaufläche und der erwarteten Rekorderträge auf 375 Mio. t und damit 25 Mio. t höher als das IGC. Hier dürfte beim nächsten USDA-Report am 11. Juli auf jeden Fall eine Korrektur erfolgen.
Allerdings hat USDA die Anbaufläche beim US-Mais Ende Juni nochmals auf 39 Millionen Hektar nach oben korrigiert. Dies ist die größte Maisfläche seit 1937. Dabei dürften die Erträge nach Schätzungen von US-Analysten jedoch mindestens fünf bis acht Prozent unter der letzten USDA-Prognose bleiben und damit die Gesamtproduktion deutlich reduzieren.

Rekordernte in China möglich

Ausgeglichen wurde die Korrektur der US-Ernte durch die höheren Ernteerwartungen in China und Indien. Chinas Mais kommt im Mai in Boden und wird im September/Oktober geerntet. Dabei soll die chinesische Produktion nach Einschätzung des IGC mit 195 Mio. t einen neuen Rekordwert erreichen und liegt aktuell um sechs Millionen Tonnen über der letzten Prognose.
 
Mit einer ähnlichen Produktionsmenge für China wie der IGC rechnet das USDA. Die US-Experten gehen wegen des sehr schnell wachsen Bedarfs an Futtergetreide außerdem davon aus, dass auch der chinesische Import von Mais weiter zunimmt. Die indische Produktion soll nach Einschätzung des IGC ebenfalls um eine Million Tonnen auf 22 Mio. t wachsen.
 
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Futterverbrauch treibt die Nachfrage

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Aber nicht nur die Produktion könnte neue Rekordwerte erreichen sondern auch der Verbrauch und der Welthandel. Beim Verbrauch haben die IGC-Experten ihre Verbrauchsprognose im Vergleich zur letzten Schätzung um acht Millionen Tonnen auf 910 Mio. t angehoben. Im Vergleich zum letzten Jahr legt der Maisverbrauch damit um gut vier Prozent bzw. knapp 40 Mio. t zu. Allein der Futterverbrauch steigt nach Einschätzung des IGC um sechs Prozent.
 
Obwohl auch die industrielle Nutzung ebenfalls einen neuen Rekordwert erreicht, schwächt sich das Wachstum in diesem Bereich deutlich ab. Nach derzeitigen Schätzungen übersteigt die Produktion erstmals seit 2008 wieder den Verbrauch und die Bestände wachsen um acht Millionen Tonnen auf 137 Mio. t.

Noch viele Unsicherheitsfaktoren

Der Welthandel könnte angesichts der stark steigenden Bedarfsmenge ebenfalls einen neuen Rekordwert erreichen. Der IGC geht in seiner Prognose von einem Welthandel von 103 Mio. t aus. Dies ist im Vergleich zum letzten Jahr ein Anstieg von fast zehn Prozent bzw. rund neun Millionen Tonnen.
Allerdings bestehen nach wie vor eine ganze Reihe von Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich Produktion und Außenhandel. Nicht nur die Hitze in den USA könnte die Bilanzen noch verändern sondern auch die Trockenheit in der Ukraine. Dort geht man nach der Rekordernte im Vorjahr von einer neuen Rekordernte und auch von einem Rekord bei den Exporten aus. Damit würde die Ukraine Brasilen als Exporteur überholen und etwa mit Argentinien gleichziehen.
Auch die Zahlen der beiden großen südamerikanischen Exporteure sind jedoch noch ziemlich unsicher. Hier kommt der Mais für die neue Ente nicht vor September/Oktober in den Boden.
 
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