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Mais

IGC/Mais: Wie groß wird die Ernte Südamerika?

von , am
30.11.2012

Ende November bleiben die Bilanzen des Internationalen Getreiderates (IGC) beim Mais fast unverändert. Jedoch rechnen immer mehr Analysten mit Auswirkungen der extremen Überflutungen in Argentinien auf die Aussaat und damit auf die Dauer der Wachstumsperiode.

Das USDA hat die Lagerbestände für Mais nach unten korrigiert. © AZP-Worldwide/Fotolia
Hinzu kommt, dass Niederschlagsmangel in Zentralbrasilien die Aussichten für die zum Frühjahr 2013 erwartete große Ernte ebenfalls verschlechtert.
 
Trotz der zunehmenden Unsicherheit hat der Internationale Getreiderat (IGC) seine Produktionsprognose im November unverändert gelassen. Die Handelsmenge wurde hingegen ebenso leicht nach oben gesetzt wie der Verbrauch. Gleichzeitig schrumpfen die Endbestände im Vergleich zum Oktober noch etwas stärker, auf den niedrigsten Stand seit 2006.

Exportpreise steigen wieder

Das im am Weltmarkt immer knapper werdende Angebot an Mais hat im November zu einem Anstieg der Exportpreise für Mais von rund zehn Prozent geführt. Ein Grund hierfür war das spürbar kleiner werdende Angebot aus der alten (2012er) südamerikanischen Ernte.
 
Hinzu kamen noch die derzeitigen logistischen Probleme an den südamerikanischen Häfen, die die Maisverschiffung zusätzlich behinderten. Viele asiatische Maisimporteure wechselten im Verlauf des Monates deshalb nach Norden und kauften verstärkt deutlich teureren US-Mais. Dieser kostete Ende des Monates mit etwa 331 US-Dollar je Tonne (USD/t) (fob) 30 bis 40 USD mehr als der Mais aus Brasilien oder Argentinien.

Asiaten kaufen mehr in Südamerika

Allerdings haben große asiatische Importeure in den letzten Monaten deutlich mehr Mais in Südamerika gekauft als sonst. So berichten Händler diese Woche, dass Japan als der weltweit größte Maisimporteur im laufenden Jahr rund 30 Prozent (%) seiner Einfuhren aus Brasilien geholt hat. Im letzten Jahr waren es lediglich sechs Prozent.
 
Gleichzeitig ist der Anteil der US-Lieferungen wegen des knappen Angebots und der hohen Preisen von 86 auf 56 % geschrumpft. Ähnlich dürfte die Situation in Korea, Taiwan oder bei anderen wichtigen asiatischen Importeuren sein.
 
Brasilianische Stellen meldeten aufgrund der ungewöhnlich starken asiatischen Nachfrage für die drei Monate August bis Oktober jeweils neue Ausfuhrrekorde von 3,1 bis 3,6 Mio. t Mais pro Monat.

Argentinien: Aussaat deutlich zurück

Für das kommende Frühjahr wird bislang nur eine Rekordente in Südamerika erwartet. Nun hat sich die Aussaat in Argentinien wegen der massiven Regenfälle und Überflutungen erheblich verzögert und lässt deutlich kürzere Wachstumszeiten und damit auch eine kleinere Produktion befürchten.
 
Bislang rechnen Analysten mit einer Anbaufläche von 3,4 bis 3,8 Millionen Hektar (Mio. ha) und einer neuen Rekordernte von 25 Mio. t (IGC) bis 28 Mio. t (USDA). Mitte November waren jedoch erst 45 % der Maispflanzen im Boden und damit 17 % weniger als im letzten Jahr (62 %). Zudem regnet es weiter und das Zeitfenster für eine optimale Aussaat wird immer kleiner.

Witterungsprobleme auch in Brasilien

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
In Brasilien wird für das kommende Frühjahr erneut eine sehr große Maisernte erwartet. Analysten rechnen auf etwa 16 Mio. ha mit 70 (USDA) bis 72 Mio. t Mio. t (IGC) Mais. Im letzten Frühjahr hatten die brasilianischen Farmer die Rekordernte von 73 Mio. t Mais von den Feldern geholt.
 
Auch In Brasilien sind die derzeitigen Witterungsbedingungen jedoch bei weitem nicht so gut wie das die hohen Prognosen eigentlich erfordern. Zum einen ist es in einigen südlichen Regionen ähnlich nass wie in Argentinien, zum anderen meldeten Wetterdienste, dass es in den zentralbrasilianischen Bundesstatten (Matto Grosso, Goias, Minais Gerais) seit einigen Wochen zu trocken ist. Ein Teil der möglichen Aufwuchsverluste könnte indessen - wie schon im letzten Jahr - durch den Anbau von sogenanntem Wintermais (Safrina), der als Zweitfrucht nach Soja im Februar ausgesät und etwa von Juli bis August geerntet wird, noch ausgeglichen werden. Auf Safrina-Mais entfallen mittlerweile mehr als 40 % der Gesamternte.
 
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